Unruhige Weihnachten

Konkurs bei Blau-Weiß Linz rückt immer näher

Bei Mitgliederversammlung gab BW Linz teils ein chaotisches Bild ab 150.000 € kurzfristig und 800.000 bis Juni sind schwer aufzutreiben Insolvenz der GmbH und Abstieg in Regionalliga sind wahrscheinlich

„Teilweise kurios“, nannte es Stefan Reiter. „Ich habe mich teils gewundert, mehr sag’ ich nicht“, Peter Vogl. Womit die beiden vom klammen FC Blau-Weiß zur Sanierung eingesetzten Innviertler noch harmlos ausdrückten, welch chaotisches Bild der (Noch?-) Zweitligist bei der emotionalen Generalversammlung am Mittwoch teils abgab. Da forderten Mitglieder etwa eine Garantie, dass (der nie angedachte) Franz Grad nicht als Sponsor infrage kommen würde oder wurde nach dem Rücktritt des Vorstandes neben den Übergangs-Nachfolgern Manuel Wellmann und Sargon Mikhaeel ein dritter vorgestellt - der davon aber gar nichts wusste!

Sanierungs-Vorstand
Bleiben also Fanvertreter Wellmann (38) und Unternehmer Mikhaeel (37), die mit ihrem Okay die Handlungsfähigkeit des Klubs erhielten. Die aber nicht leugnen, dass sie nicht sind, was BW Linz langfristig braucht: eine professionelle Führung! „Ich bin Fan, habe gewusst: Wenn ich nicht aufstehe, tut’s keiner. Aber ich bin weder juristisch erfahren noch vernetzt“, baut Wellmann weiter auf die Unterstützung von Reiter, der sagt: „Es wäre in dieser Phase nicht fair, den Klub im Stich zu lassen! Ich helfe, so lange es Spaß macht. Aber ich weiß nicht, was morgen sein wird“

Die blau-weiße Uhr tickt gnadenlos
 Will man das erklärte Ziel, den Profibetrieb zu erhalten, erreichen, müssten (bei aktuellen Verbindlichkeiten von 400.000 €) bis Ende Juni 800.000 € aufgetrieben werden - 150.000 € davon schon bis Mitte Jänner zur Gehälterauszahlung!" „Das werden unruhige Weihnachten“, so Mikhaeel. Wissend, dass man sich den im Frühjahr rund 400.000 € kostenden Amateurbetrieb zwar höchstwahrscheinlich leisten kann und eine Liquidierung damit ausgeschlossen scheint. Aber auch, dass es sehr schwierig wird, den den im Frühjahr 1.200.000 € kostenden Profibetrieb zu finanzieren - und kurzfristig bis Mitte Jänner 150.000 € aufzustellen! Klappt’s nicht, müsste die GmbH in Konkurs geschickt werden. Die Profis könnten ablösefrei gehen, man würde mit einem Amateurteam die Saison in der 2. Liga zu Ende spielen, dann an den letzten Platz gereiht werden und in die Regionalliga absteigen.

Wirtschaftsbeirat Pflicht
Vogl zur Lage: „Verglichen mit einem Auto hat Blau-Weiß einen Motorschaden, Getriebeschaden und vier Patschen. Stefan und ich können es fahrtauglich machen - aber lenken müssen es dann andere. Der Klub braucht eine professionelle Führung und einen Wirtschaftsbeirat mit Potenzial, um langfristig Profistrukturen zu haben." Und kurzfristig schnell viel Geld!

Oliver Gaisbauer, Kronen Zeitung

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