10.12.2019 11:30 |

Führerschein-Prüfung:

„In Tirol gibt es wenig Betrügereien“

Vor rund zwei Wochen gab es – wie berichtet – mehrere Betrugsfälle bei theoretischen Führerscheinprüfungen in Innsbruck. Einzelfälle oder seit Jahren ein gängiges Problem in Tirol? Die „Krone“ hat bei der verantwortlichen Verkehrsbehörde des Landes nachgefragt. Hier heißt es dazu: „Wir haben auf jeden Fall unsere Hausübungen gemacht.“

Gefinkelt sind die Betrugsmaschen, die von so manch einem Führerscheinanwärter angewendet werden. Kürzlich hatte etwa ein Kandidat während der theoretischen Prüfung sein Mobiltelefon geschickt in seiner Kleidung versteckt. Durch eine winzige kleine Öffnung hat das Handy die Fragen auf dem Bildschirm gefilmt, mittels Bluetooth-Verbindung und einem Hörgerät erhielt er von einem Informanten die richtigen Antworten. Doch der Spuk flog auf – und zwar dank einer achtsamen Aufsichtsperson.

„In Summe haben wir es selten mit solchen Vorfällen zu tun. Es ist nicht so, dass sich in Tirol jeder seinen Führerschein erschwindeln kann“, verdeutlicht Bernhard Knapp, Vorstand der Abteilung Verkehrsrecht.

100 Aufsichtspersonen für Theorieprüfungen
2018 wurden 16.344 Prüfungen absolviert, mehr als 10.000 in der Kategorie B – siehe Grafik. „Für die theoretischen Prüfungen stehen uns rund 100 Aufsichtspersonen zur Verfügung, Fahrprüfer haben wir um die 70. Sie stammen etwa von den Bezirkshauptmannschaften und der Polizei“, so Knapp.

Die Personen sind somit stark gefordert, doch auf Betrugsfälle deutet wenig hin. „In den Bezirken gibt es nur vereinzelt Verdachtsfälle“, betont der Abteilungsleiter.

So wie vor zwei Wochen in Innsbruck, wo es laut Angaben der Polizei fünf Vorfälle gab. „Die Wurzel des Übels in Innsbruck liegt in der Art und Weise der Erstregistrierung. Die Fahrschulen selbst haben die Erlaubnis, die Kandidaten ins Führerscheinregister einzugeben. Diese müssen somit nicht zu einer Behörde, wie es in allen anderen Bezirken der Fall ist. Die Hemmschwelle ist deutlich kleiner. Die Polizei hat diese Befugnisse wegen Personalmangels ausgelagert“, so Knapp.

Sicherheitsdienst ist eine „absurde Idee“
„Das stimmt. Im vergangenen Jahr hatten wir insgesamt drei Abgänge in der Führerscheinstelle, daher haben wir alle Kandidaten für die Erstregistrierung zu den Fahrschulen geschickt. Erst seit kurzem sind wir voll besetzt und haben das wieder geändert“, schildert Ursula Gstrein, Leiterin des Verkehrsamtes der LPD Tirol, und ergänzt: „Prinzipiell ist es so, dass wir die Erstregistrierung von Nicht-Österreichern und Drittstaatenangehörigen selbst erledigen. Lediglich jene für österreichische Staatsbürger übernehmen die Fahrschulen.“

Seit den Betrugsvorfällen wolle man die Kontrollen intensivieren. Anstatt einer sollen künftig zwei Aufsichtspersonen pro theoretischer Prüfung eingeteilt werden. Außerdem gibt es die Überlegung, einen Sicherheitsdienst zu installieren.

Verbesserungsmaßnahmen, denen Knapp positiv gegenübersteht? „Mit uns hat darüber bisher keiner gesprochen, obwohl wir diese zusätzlichen Kapazitäten bezahlen müssen“, betont er. Eine „völlig absurde Idee“ sei die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes. „Was macht das bitte für ein Bild? Noch dazu sind Securitys in keinster Weise notwendig.“

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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