03.12.2019 16:00 |

Aktuelle Umfrage

Nun sag, wie hast du’s mit den Politikern?

Nach Ibiza, Spesenaffäre und Postenschacher stellt sich die Frage, ob Politikern noch zu trauen ist? Prof. Traweger von der Uni Innsbruck ist mit seinen Studierenden dieser Frage nachgegangen. Auf Landes- und Gemeindeebene stellen die Tiroler ein gutes Zeugnis aus. Für den Bund gibt es ein klares "Nicht genügend’’!

Vom 11. bis 15. November haben Studierende der Sozialen und Politischen Wissenschaften fleißig zum Telefonhörer gegriffen und 500 Tirolerinnen und Tiroler zur Politik befragt. Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage wurden gestern präsentiert. Abgefragt wurden unter anderem die Zufriedenheit mit der Landesregierung, mit LH Günther Platter, die Bewertung der Eigenschaften von Politikern und das Vertrauen in sie. Hier zeigt sich ein markanter Unterschied zwischen der Landes- und Gemeindeebene gegenüber dem Bund.

So wird den Politikern im Land und in der Gemeinde zu fast 70 Prozent sehr großes bzw. großes Vertrauen geschenkt. Genau umgekehrt verhält es sich, wenn es um die Politiker im Bund geht. Knapp über 70 Prozent haben hier wenig oder gar kein Vertrauen. Als Schulnote ausgedrückt also eindeutig ein "Nicht genügend’’. Tirols Politiker dürfen sich also freuen, dass sie derart gut abschneiden. Und besonders gilt das für die ÖVP und die Grünen. Denn genau 70 Prozent der Tiroler sind mit ihrer Landesregierung eher zufrieden. Ein vorweihnachtliches Geschenk gibt es auch für Landeshauptmann Günther Platter. Mit ihm sind fast 90 Prozent sehr bzw. einigermaßen zufrieden.

Eher schlechtes Image
Zum Nachdenken gibt es für alle Politiker aber genug, wenn es um ihr Image geht. Denn nur ein Drittel schreibt der Berufsgruppe ein positives Image zu. Fast die Hälfte jedoch ein negatives. Zum Vergleich: Journalisten bekommen von fast 60 Prozent ein positives Image zugeschrieben, Universitätsprofessoren sogar von 70 Prozent. Womit hängt dieses schlechte Image von Politikern zusammen? Auch darauf gibt die Umfrage klare Antworten. So sind 75 Prozent davon überzeugt, dass Politiker zu viel reden, aber zu wenig handeln. Ebenso sagen 75 Prozent, dass sie nur an die nächsten Wahlen denken würden. Und mehr als 80 Prozent sind der Auffassung, dass Freunderlwirtschaft betrieben wird. Nicht zuletzt sind genau 73 Prozent der Meinung, dass Politiker karrieresüchtig sind.

Sonntagsfrage gestellt
Auch die Sonntagsfrage wurde den Tirolern gestellt. “Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Nationalratswahl wäre?’’ Hier ist die ÖVP mit 43 Prozent nach wie vor Sieger. Verglichen mit der letzten Nationalratswahl (37,5%) legt sie bundesweit betrachtet sogar noch zu. In Tirol verliert sie nur minimal. Dort erhielt sie zuletzt 45,81 Prozent. Die größte Überraschung liefert Platz zwei. Mit 19 Prozent würde dieser an die Grünen gehen. Satte Verluste hätten SPÖ mit 11 und FPÖ mit 10 Prozent. Diese bekamen im September 21,2 bzw. 16,2 Prozent. Über einen leichten Zugewinn dürften die NEOS jubeln. Sie bekämen statt 8,1 jetzt 10 Prozent. Bis zur nächsten regulären Wahl sind es aber noch fünf Jahre.

Manuel Schwaiger, Kronen Zeitung

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