Rosenpracht
Die Königin des Gartens
Und damit hört die Einhelligkeit auch schon wieder auf. Denn bei kaum einer anderen Pflanze gibt es derart gegensätzliche Meinungen, Ratschläge und Tipps in punkto Sortenwahl und Pflege wie bei der Rose. Das mag zum einen ja daran liegen, dass es mittlerweile unzählige Arten, Sorten und Züchtungen gibt, andererseits aber auch schlicht daran, dass sich die Rose als eine Pflanze, die sich über Jahrtausende in den verschiedensten Kontinenten verbreitet und angepasst hat, jeglichen Einheits-Rezepten entzieht. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass jeder Rosenzüchter seine ganz eigenen „Umgangsformen“ mit der „Königin der Blumen“ entwickelt.
Die Rosen-Basics
Trotz aller Gegensätze gibt es doch einige Basisregeln, die man beachten muss, wenn man sich an der duftenden Pracht möglichst lange erfreuen will. Vor allem die beliebten Kletterrosen sind bei Beachtung einiger Grundregeln robust und pflegeleicht. Wie bei allen anderen Pflanzen auch, spielen die Standortwahl, die Lichtverhältnisse und mögliche Krankheiten und Schädlinge eine wesentliche Rolle.
Rosen mögen ja viele Pflegefehler verzeihen – einen schlechten Boden jedoch nicht. Rosen haben tiefgehende Wurzeln, daher muss der Boden mindestens vierzig bis sechzig Zentimeter tief aufgelockert sein. Besonders geeignet: mittelschwere Lehmböden. Helle bzw. gelbliche Blätter bei grünen Blattadern (Chlorose) können auf zu hohen Kalkgehalt im Boden hinweisen. Dadurch wird die Aufnahme von Eisen und Mangan aus der Erde blockiert, meist kommt dann auch noch ein Magnesiummangel dazu, der sich auf das Wachstum auswirkt. Abhilfe schaffen hier spezielle Pflegepräparate. Achtung: Auf keinen Fall Torfmull dazugeben!
Beim Lichteinfall heißt die Faustregel: keine Extreme! Zu viel Schatten ist ebenso wie stauende Hitze zu vermeiden. Das Gleiche gilt übrigens auch im Wesentlichen für die Wasserversorgung: Rosen mögen es weder zu trocken noch zu nass. Beim Gießen sollten die Rosenblätter möglichst trocken gehalten werden, da feuchte oder nasse Blätter die Ausbreitung von Pilzkrankheiten fördern.
Keine Rose …
... ohne Dornen. Und leider auch nicht ohne die Gefahr von Krankheiten und Schädlingen. Besonders häufig sind Sternrußtau, Mehltau und Rosenrost. Je eher die Erkrankungen erkannt werden, desto größer die Chance auf Eindämmung.
Dunkle Flecken, zuerst auf den bereits älteren Blättern, können auf Sternrußtau hinweisen. Die Blätter fallen dann ab, und wird die Krankheit übersehen, breitet sie sich sehr rasch aus. Ebenso gefährlich ist der Rosenrost. Tipp zur Früherkennung: Auf der Unterseite der Blätter zeigen sich orangefarbene, stecknadelgroße Pusteln (Sporen), die sich dann etwa ab August dunkel verfärben.
In diesem Jahr warnen Experten aufgrund der Wetterlage ganz besonders auch vor dem echten Mehltau, der feucht-schwüles Wetter besonders liebt. Vom Mehltau werden Blätter, Triebe und Knospen befallen, und besonders heimtückisch ist, dass der Pilz auch überwintern kann.
Nicht nur Menschen, sondern auch viele Schädlinge bevorzugen Rosen. Je nach Witterung können sich die verschiedensten Arten einstellen wie Blattläuse, Spinnmilben oder diverse Käfer.
Wer sich also für Rosen entscheidet, darf nicht auf eine regelmäßige und sorgfältige Blattkontrolle verzichten.
Rosen-Genüsse
Rosen punkten aber nicht nur optisch und betören durch ihren – je nach Sorte unterschiedlich intensiven – Duft, sondern schmecken auch ganz hervorragend in entsprechenden Verarbeitungen. Besonders beliebt sind etwa selbst gemachte Rosenmarmeladen, Rosensirups und kandierte Rosenblätter.
Unbedingte Voraussetzung für etwaige „Rosenernten“ aus dem eigenen Garten plus Weiterverarbeitung sind absolut gesunde (Schädlings- und pilzfreie!) sowie ungespritzte Bio-Rosen.
Sortenmäßig sind rote oder pinkfarbene Duftrosenblätter besonders gut für die Herstellung diverser Genüsse geeignet.
Rezept für kandierte Rosenblätter:
Man braucht: Ungespritzte Rosenblätter, ein bis zwei Eiweiß, 100 g sehr feinen Zucker (keinen Puderzucker!), 1 Topf, Backpinsel und ein Backblech (mit Backpapier ausgelegt).
Zubereitung: Das Eiweiß mit einer Gabel gut verschlagen, die Rosenblüten dann mit dem Pinsel vorsichtig einstreichen, dabei immer die ganze Blüte benetzen sowie das überschüssige Eiweiß immer wieder abtropfen lassen. Danach mit dem Zucker bestreuen und auch hier den überschüssigen Zucker immer wieder abschütteln.
Dann werden die Blüten einzeln (!) vorsichtig auf das Backblech gelegt und bei rund 50 Grad ca. zehn bis fünfzehn Minuten vollständig getrocknet, wobei die Ofentür stets leicht geöffnet bleibt.
Die kandierten Rosenblätter sorgen nicht nur als ausgefallene Deko zu Eis, Torten oder Cremes für Aufsehen, sondern schmecken auch allein sehr gut. Tipp: Da sie einen sehr intensiven Geschmack besitzen, langsam im Mund zergehen lassen.
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