Ausgehend von einem Tief über dem Golf von Genua hatte eine Störungszone in der Nacht auf Mittwoch die Alpensüdseite überquert. Während es in Kärnten schon in der Nacht kräftig regnete, setzte in der Steiermark in den Morgenstunden intensiver Niederschlag ein. Punktuell fielen in der Südsteiermark bis zu 20 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 30 Minuten, flächendeckend wurden am Vormittag 25 bis 30 Liter pro Quadratmeter gemessen.
Spitzenwert in Bad Gleichenberg
Der Spitzenwert war in Bad Gleichenberg mit knapp über 46 Litern pro Quadratmeter innerhalb von zwei Stunden zu finden. Durch die großen Regenmengen und die Tatsache, dass die Böden durch die Gewitter vom Wochenende bereits vielfach gesättigt waren, kam es in weiten Teilen der Steiermark immer wieder zu Überschwemmungen.
In der Landeshauptstadt (siehe auch Diashow in der Infobox) waren die Feuerwehren vor allem in den Bezirken St. Peter und Andritz, wo am Schöcklbach bereits präventiv mobile Hochwassersperren installiert worden waren, im Einsatz. Die Radegunderstraße sowie eine Parkanlage im Süden von Graz wurden wegen Überflutung für mehrere Stunden gesperrt, einige Keller wurden ausgepumpt.
61-Jähriger hinter eigenem Haus verschüttet
In Pernegg an der Mur (Bezirk Bruck) wurde ein Baumstamm von einer Mure gegen ein Wohnhaus geschleudert. Die Schlammlawine erwischte auch den 61-jährigen Hausbesitzer, der sich gerade hinter dem Gebäude befand (er hatte ein Rauschen gehört und ging nachsehen). Der Mann musste mit Knochenbrüchen ins LKH Bruck eingeliefert werden. Die Gemeindestraße 48 war während den Aufräumungsarbeiten mehrere Stunden total gesperrt.
Alarmbereitschaft in Pinggau und Hatzendorf
Auch in den Bezirken Graz-Umgebung, Feldbach, Hartberg und Leoben mussten zahlreiche Wehren ausrücken. Im Raum Pinggau (Bezirk Hartberg), wo erst am Montag eine Sturzflut rund 60 Autos von einem Parkplatz mitgerissen hatte (Bericht in der Infobox), erreichte der Tauchenbach erneut einen kritischen Pegelstand. Auch in der im Sommer 2009 schwer getroffenen Ortschaft Hatzendorf (Bezirk Feldbach) war die Lage vorübergehend angespannt.
"Der große Regen ist schon wieder vorbei", gab die ZAMG dann Entwarnung. Aber: "Ein stabiles Hoch ist vorerst nicht in Sicht."
Bild: Arnold Klement
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