24.10.2019 09:41 |

Medaille weggeworfen

Taekwondo-Champ flüchtet in Boot übers Mittelmeer

Er fühle sich in Marokko unterdrückt und wolle in Spanien ein neues Leben anfangen - und vielleicht sogar seine Karriere fortsetzen. Das sagt ein ehemaliger marokkanischer Taekwondo-Champ, der sich im Oktober an Bord eines Bootes über das Mittelmeer nach Europa aufgemacht hat. Seine Papiere hat er zu Hause gelassen und seine Medaille auf der Überfahrt ins Wasser geworfen, wie ein Video zeigt.

„Sie ist nutzlos“, kommentierte Anouar Boukharsa laut Ruptly.TV die Aktion, als er die 2009 in Ägypten als Champion der arabischen Taekwondo-Meisterschaften ergatterte Medaille ins Meer warf. Gemeinsam mit rund 30 Migranten setzte Boukharsa nach Spanien über. „Oh Brüder, ich bin verloren. Wir sind alle verloren“, fügte er laut „Morocco World News“ an. 

Boukharsa, der bereits als Kind mit dem Taekwondo angefangen hatte, gewann in seiner Heimat Marokko dem Medium zufolge zahlreiche regionale, nationale und internationale Titel, wie der Ex-Sportler, der etwa 160 Kilometer westlich von Marrakesch in Safi aufgewachsen war, auch auf seinem Instagram-Account zeigte. Nun will er seine Karriere möglicherweise in Spanien fortsetzen.

Mehrere Sportler verließen ihr Heimatland
Es ist nicht der erste marokkanische Sportler, der sich entschlossen hat, sein Heimatland zu verlassen. Kürzlich ging ein Foto des Fußballers Hicham Kellouch viral, das ihn in einem Boot im Mittelmeer zeigt. Davor sollen auch die Fußballerin Meriem Bouhid sowie der Fußballer Ali Hababa das Land verlassen haben. Marokkos Shootingstar Hichaem Boulassal könnte in Belgien untergetaucht sein.

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