25.09.2019 09:05 |

Premiere im Heer

Jägerbataillon macht in Sachen Drohnenabwehr mobil

Ein technisches Spielzeug kann in der Hand von Terroristen zur tödlichen Waffe werden. Das Bundesheer beschäftigt sich trotz Geldmangels mit neuen Bedrohungsbildern. Gerade Drohnen bereiten den Generälen Sorge. Daher soll nun Gerät zur Abwehr der kleinen Fluggeräte eingeführt werden. Das Jägerbataillon 8 aus Salzburg hat jetzt den Auftrag erhalten, dieses Know-how aufzubauen.

„Neben der Panzerschlacht im Waldviertel gibt es auch völlig neue Bedrohungsszenarien“, sagt Oberst Stefan Haselwanter, Kommandant des Jägerbataillon 8. Vergangene Woche hat daher Verteidigungsminister Thomas Starlinger befohlen, dass der Salzburger Verband mit seinen Garnisonen in Wals-Siezenheim und Tamsweg das erste sogenannte Element zur Drohnenabwehr aufstellt.

Lehren aus der EU-Präsidentschaft
Zuletzt hatte sich während der EU-Präsidentschaft im Vorjahr gezeigt, wie dringend der Bedarf ist. Beim Gipfel in Salzburg setzte die Cobra bereits ein elektromagnetisches „Gewehr“ ein, das beim Bundesheer getestet wurde. Und es wurden auch Drohnen zur Landung gezwungen.

„Langfristige Absicherung“
Das Projekt steht noch am Anfang, kommt aber für die „8er“ zum besten Zeitpunkt: Das Jägerbataillon wurde 2016 aus der damaligen Fliegerabwehr gebildet, aber keiner der vier Kampfbrigaden zugeordnet, sodass es quasi in der Luft hing. Zudem gab es lange Zeit keinen offiziellen Organisationsplan - Gerüchte kursierten, wonach das Bataillon wieder aufgelöst werden könnte. Haselwanter: „Die neue Aufgabe sehen wir daher auch als langfristige Absicherung.“

Organisatorisch wird die Drohnenabwehr in die Kampfunterstützungkompanie des Bataillons eingegliedert. Welche Systeme angeschafft werden und was diese Kosten sollen, ist derzeit noch unbekannt.

Starlinger hat jedoch für die gesamte bodengebundene Fliegerabwehr des Heeres einen Finanzbedarf von 460 Millionen Euro angemeldet. Ein Teil davon soll nun nach Salzburg fließen.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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