Entgleisungen

Sturm und Rapid: Skandal-Samstag hat ein Nachspiel

Es war ein fußballerischer Skandal-Samstag in vielerlei Hinsicht: Sturm-Torhüter Jörg Siebenhandl leistete sich in Mattersburg eine verbale Entgleisung gegenüber Schiedsrichter Spurny. Rapid fasst indes nach dem Bengalo-Vorfall in Tirol eine Anzeige aus, die Pyro-Aktion war nicht angemeldet.

Zunächst zum „Patienten“ Sturm Graz: Ein klares Abseitstor kassiert, zwei Elfer gegen Sturm, den Sieg in letzter Sekunde verspielt - das war zu viel. Nach dem 3:3 in Mattersburg explodierte der Vulkan! Trainer Nestor El Maestro entgleiste, entriss Referee Spurny nach etlichen Fehlpfiffen den Ball und warf in Rage eine Interview-Begrenzung um.

Bei der Pressekonferenz entschuldige sich der Trainer, gestern bekannte er vor der Mannschaft: „Meine Reaktion war nicht in Ordnung.“ Nach einer Anzeige von Referee Spurny wird’s beim Ligasenat wohl eine saftige Strafe hageln - heute nimmt Sturm via Skype Stellung. Auch der Ausspruch von Goalie Siebenhandl Richtung Spurny („am liebsten hätte ihn jeder zusammengegrätscht, aber das kannst du als Spieler nicht“) wirbelte Staub auf.

„Ärger explodiert“
„Nach vier Spielen, in denen wir benachteiligt wurden, ist der Ärger explodiert“, sagt Sportchef Günter Kreissl, „es war ein Versuch, sich zur Wehr zu setzen. Dabei hat Referee Spurny als letztes Glied in einer Kette alles abbekommen. Das ging aber nicht gegen seine Person.“

Intern alles geklärt
Eine interne Strafe gegen El Maestro bleibt aus: „Er hat sich imagemäßig selbst am meisten bestraft“, so Kreissl, „ich sehe keine erzieherische Maßnahme in einer Geldstrafe. Er weiß, dass er übers Ziel hinausgeschossen ist, und hat sich entschuldigt. Man muss ja auch froh sein, dass es Leute im Klub gibt, die sich mit Emotion einsetzen und sich nicht willenlos ergeben. Vorm Cupspiel in Klagenfurt müssen wir jetzt fest zusammenstehen.“

Andere Sorgen bei Rapid
Sorgen anderer Art gibt’s dagegen bei Rapid: Selbst wenn es keine Absicht war - mit dem Bengalo-Vorfall in Innsbruck machten Rapids Fans dem Klub einmal mehr keinen Gefallen, kommt auf die Hütteldorfer eine Anzeige zu. Die Bundesliga wartet die Berichte der Offiziellen (Schiedsrichter, Schiri-Beobachter) ab, wird Stellungnahmen einholen, verfügbares Video-Material prüfen und dann ein Urteil fällen.

Den Grün-Weißen blüht eine saftige Geldstrafe, auch dem Verursacher des Bengalo-Wurfs - sofern er ausgeforscht werden kann - eine Buße. Das bis zu einem Stadionverbot reichen kann. Rapids Verantwortliche zeigten kein Verständnis: „Das wollen wir alle nicht sehen“, brachte es Sportchef Zoran Barsic auf den Punkt. Wobei Wattens-Verteidiger David Gugganig, der vom Verschluss am Kopf getroffen wurde, den Gästen mit seinem fairen Verhalten weit mehr Ungemach ersparte und weiterspielte: „Andernfalls hätten wir ein Problem gehabt“, drückte es Referee Oliver Drachta vorsichtig aus. Schiri-Boss Robert Sedlacek fand deutlichere Worte: „Es hätte dann die Gefahr des Spielabbruchs bestanden.“

Rund 20 Anzeigen
Prinzipiell gilt bei den Liga-Spielen ein Pyrotechnik-Verbot - es gibt aber die Möglichkeit, über die zuständige Behörde eine Ausnahme-Genehmigung zu erhalten. „Diese Genehmigung gab es am Samstag nicht, die Pyro-Aktion war nicht angemeldet“, betonte Peter Oehm, Einsatzleiter der Innsbrucker Polizei beim Spiel. 30 Bengalen und acht Nebeltöpfe wurden vermerkt, rund 20 Personen angezeigt.

Volker Silli und Christian Reichel, Kronen Zeitung

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