05.09.2019 15:54 |

Landwirte wehren sich

Billig-Fleisch bedroht steirische Geflügel-Bauern

Die steirischen Geflügelbauern sehen sich durch Billig-Fleisch aus dem Ausland bedroht. Handelsabkommen mit Südamerika und der Ukraine würden die Preise drücken. Die Landwirtschaftskammer will Geflügel aus regionaler Produktion in den Fokus rücken. Doch das ist oft schwer erkennbar - vor allem in der Gastronomie.

Die Landwirtschaftskammer Steiermark kritisiert das Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) und der Ukraine. Billiges Geflügel würde den Wettbewerb verzerren und ginge auf Kosten der Umwelt und der Landwirte, sagt Maria Pein, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer. Auch der Brexit bedrohe die Geflügelbauern. Das behauptet Markus Lukas, Obmann der Geflügelmastgenossenschaft (GGÖ). Geht der Brexit durch, kann es sein, dass viele auf ihrer Ware sitzen bleiben, denn viele steirische Hendl werden nach Großbritannien exportiert.

Steirisches Fleisch schwer zu erkennen
Maria Pein fordert, dass genau gekennzeichnet wird, woher Fleisch kommt. Denn nur, weil ein rot-weiß-rotes Herzerl auf einer Wurstpackung prangt, bedeutet das nicht, das Fleisch kommt aus Österreich. Für Konsumenten ist es oft schwer, regionales Fleisch zu erkennen. Das fand die Landwirtschaftskammer in einem „Store-Check“ heraus: Bei 75 Prozent der 114 untersuchten Fertigprodukte wurde die Herkunft des Fleisches verheimlicht. Das einzige verlässliche Logo im Einzelhandel sei nach wie vor das AMA-Gütesiegel.

Noch schlimmer stehe es um die Kennzeichnung in der Gastronomie: „Viele Betriebe können es sich nicht leisten“, sagt Albert Kriwetz vom Grazer Restaurant Eckstein. Wer heimisches Fleisch will, muss also tiefer in die Tasche greifen.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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