Nein, kein Witz

Tigerbabys in Wohnung in Niederösterreich entdeckt

„Da sind zwei Tiger in der Wohnung.“ Was zunächst nach einem dummen Witz eines Scherzboldes klingt, sollte sich für die Polizei am Donnerstagabend in Niederösterreich als die pure Wahrheit herausstellen. Als Beamte in der betreffenden Wohnung Nachschau hielten, entdeckten sie tatsächlich zwei Tigerbabys, die dicht aneinandergekuschelt unter einer Wärmelampe lagen.

Waren hier etwa einem Bewohner Hund und Katze nicht mehr genug? Mitnichten - „vielmehr war es die Aktion einer Tierschützerin mit großem Herz, die auch in der Slowakei für einen Tierschutzverein arbeitet“, berichtete Polizeisprecher Edmund Tragschitz am Freitag gegenüber krone.at. Ein anonymer Hinweisgeber hatte die Polizei über die Sichtung zweier Raubkatzen in Kenntnis gesetzt. Am Donnerstagabend statteten die Beamten der mutmaßlichen Tigerbesitzerin (34) in ihrer Wohnung einen Besuch ab.

„Frau hat bereits Erfahrung mit Raubkatzen“
„Die Frau war sehr kooperativ, hat die Kollegen sofort in die Wohnung gelassen und ihnen auch sofort die beiden Tigerbabys gezeigt“, so Tragschitz. „Die Frau hat bereits viel Erfahrung mit Raubkatzen und die beiden Tigerbabys zu sich genommen. Sie waren offenbar in der Slowakei bei einer Tierschutzeinrichtung abgegeben worden. Ihnen ging es gesundheitlich nicht gut.“

Um den beiden kleinen Raubkatzen die bestmögliche Betreuung angedeihen zu lassen, habe die Frau sie kurzerhand mit nach Hause mitgenommen. „Sie kennt die Gesetzeslage in Österreich bezüglich der Haltung dieser Tiere nicht. In der Slowakei gelten da ganz andere Bestimmungen und Gesetze“, erklärte Tragschitz.

„Tigerbabys auf Schwarzmarkt heiß begehrt“
Die beiden Tigerbabys wurden in der Folge in einer Tierklinik untersucht und in die Obhut des Österreichischen Tierschutzvereins übergeben. Dieser sieht den Vorfall überaus kritisch. Die Tigerbabys seien erst vor wenigen Tagen von ihrer Mutter getrennt worden und „illegal aus der Slowakei nach Österreich geschmuggelt worden“. „Tigerbabys sind auf dem Schwarzmarkt heiß begehrt und werden um Zigtausende Euro gehandelt“, erklärte die ausgebildete Zootierpflegerin Ulrike Weinberger. „Sangha“ und „Kumal“ - wie die beiden Tigerwelpen getauft wurden - seien stark unternährt. „Wir haben die ganze Nacht um ihr Überleben gekämpft“, bestätigte auch Heike K. vom Tierschutzverein den schlechten Gesundheitszustand des Tigernachwuchses.

Bezirkshauptmannschaft am Zug
Vorerst werden „Sangha“ und „Kumal“ im Wiener Tiergarten Schönbrunn untergebracht, hieß es seitens der Bezirkshauptmannschaft Freitagmittag. Wo die beiden kleinen Tiger künftig ihr neues Zuhause finden werden, steht noch nicht fest. Offen ist auch noch, ob und mit welchen Konsequenzen die gebürtige Slowakin, die die Tiger nach Österreich brachte, rechnen muss. „Jetzt ist die Bezirkshauptmannschaft am Zug, um das weitere Vorgehen zu entscheiden“, so der Polizeisprecher. Vermutlich wird gegen die 34-Jährige ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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