24.07.2019 15:01 |

Eine zynische Welt

„Vox Lux“: Wenn das Amok-Opfer zum Superstar wird

Celeste (Raffey Cassidy) ist fünfzehn, als sie Opfer eines Amoklaufs in ihrer Schule wird. Sie überlebt mit einer Kugel in ihrer Wirbelsäule. Ein Lied, das sie auf der Trauerfeier für die Opfer singt, berührt die trauernde US-amerikanische Nation. Wenig später nimmt sie in Stockholm ihr erstes Album auf. Celeste avanciert zum Popstar.

Regisseur Brady Corbet zeigt ein junges Mädchen in den gierigen Mühlen der Musikindustrie. Es ist dies eine kalte, trashige, von Zynismus und Narzissmus geprägte Welt, in die er uns - und seine Protagonistin (in der Folge von Natalie Portman gespielt) - stößt, die Pop als eine Art Ersatzreligion sieht, die ihre eigenen Messen in Form von Konzerten feiert.

Provokant-ketzerisch zudem sein Blick auf das Zeitgeschehen der letzten 20 Jahre. Zwischen grausigen Terror-Reminiszenzen, Politobszönitäten und dem globalen Narkotikum „Neue Medien“ wird Celeste zur grotesken Seherin. Jude Law firmiert abgewrackt als Musik-Manager.

Kinostart von „Vox Lux“: 26. Juli.

Christina Krisch, Kronen Zeitung

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