Di, 25. Juni 2019
21.05.2019 12:00

„Krone“-Umfrage

Positives Bild der EU überwiegt bei Tirolern

Die Einstellung der Tiroler zur bevorstehenden EU-Wahl (26. Mai) hat das Marktforschungsinstitut IMAD im Auftrag der „Krone“ erhoben – allerdings bevor die FPÖ-Polit-Bombe hochging. Die positive Grundstimmung zur EU, die in Tirol höher sei als in anderen Bundesländern, sei aber trotzdem gegeben, so die Experten.

Was verbinden die Tiroler mit der EU? Wie groß ist das Vertrauen der Tiroler in die EU? Wie gut sind sie über die EU informiert? Das sind nur einige der Fragen, die das IMAD-Marktforschungsinstitut im Auftrag der „Tiroler Krone“ 514 Tirolerinnen und Tirolern ab 16 Jahren stellte (Schwankungsbreite +/- 4,3%). Der Zeitraum der Online-Befragung (9. Mai bis 13. Mai) lag weit vor dem Platzen der FPÖ-Bombe, sprich dem Ibiza-Video.

34 Prozent haben sehr großes bis großes Vertrauen in EU
Bei den Tirolerinnen und Tirolern ist das Vertrauen in die Arbeit der EU stärker ausgeprägt als das Nicht-Vertrauen. So geben 34% an, dass sie sehr großes bis großes Vertrauen in die Arbeit der EU haben, 36% haben weder großes noch wenig Vertrauen, sondern vertrauen ganz allgemein in die Arbeit der EU und 30% haben wenig bis gar kein Vertrauen.

„Den Menschen ist die Wichtigkeit der Arbeit der EU bewusster als den Rest-Österreichern“, analysiert IMAD-Chefin Barbara Traweger-Ravanelli. Die jüngste Eurobarometer-Befragung des Europäischen Parlaments zeige, dass 51% der Österreicher der Europäischen Union eher nicht vertrauen. In Tirol ist dieser Anteil deutlich geringer, so sind es 24% mit wenig und lediglich 6% mit gar keinem Vertrauen.“

Dieses positive Bild der Tiroler werde bestätigt durch die hohe Zustimmung zu den Aussagen, ,Europa ist unsere Zukunft’ (77%), und ,Es ist wichtig, dass Österreich Mitglied der EU ist’ (78%), betont die Marktforscherin weiter.

Abgeordneter mit Anliegen für Tirol
Auch sieht es die Mehrheit der Tiroler, nämlich 58%, als sehr wichtig bis wichtig an, einen oder eine Abgeordnete(n) im EU-Parlament zu haben, der Anliegen für Tirol im Europäischen Parlament vertritt. 15% sehen dies als weniger bis gar nicht wichtig und 27% stehen dieser Aussage neutral gegenüber.

Vorzugsstimmen-Wahlkampf
„Natürlich wünscht sich jedes Bundesland einen politischen Vertreter im EU-Parlament; dies ist aber aufgrund der Listenzusammensetzungen und anderer politischer Notwendigkeiten und auch Befindlichkeiten praktisch unmöglich. Über die Vorzugsstimmen in das EU Parlament einzuziehen wird z.B. für die Tiroler Kandidatin mehr als schwierig“, analysiert Politik-Forscher Christian Traweger.

Die Auswirkungen der geplatzten Polit-Bombe
Fragt man die Tiroler Bevölkerung was Sie persönlich mit der EU verbinden, dann steht an erster Stelle die einheitliche Währung, also der Euro. Dieser wird von zwei Drittel der Befragten genannt und hebt sich somit deutlich von den anderen Bereichen ab. Jeweils 46% der Tiroler verbinden mit der EU die Reise-, Studien-Arbeitsmobilität sowie die Bürokratie. Der „Friede“ wird von 43% der Befragten mit der EU positiv in Verbindung gebracht.

FPÖ wird bei der Wahl am Sonntag verlieren
„Die FPÖ wird jedenfalls im Vergleich zu aktuellen Umfragen verlieren. Einerseits durch möglicherweise geringere Wahlbeteiligung oder durch ein aktives Abstrafen dafür, was man an Image-Schaden der österreichischen Politik zugefügt hat“, analysiert Traweger. Der Politikfrust werde sich in sinkender Wahlbeteiligung niederschlagen.

Match zwischen SPÖ und Grüne um Platz zwei?
Zuvor hätte man in Zuge der Brexit-Diskussion mit einem leichten Ansteigen rechnen dürfen. Jetzt sei man mit 30% mit einem blauen Auge davongekommen. Eine Unbekannte sei die Reaktion anderer Parteien; gute Argumente könnten auch dazu führen, mehr Bürger zu den Urnen zu bringen und die FPÖ abzustrafen. Traweger rechnet mit einem Match SPÖ/Grüne um Platz zwei.

Philipp Neuner
Philipp Neuner

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