17.04.2019 06:38 |

Widersacher angefahren

Doppelter Mordversuch: Pärchen schuldig gesprochen

Ein obersteirisches Pärchen ist nach stundenlanger Beratung der Geschworenen wegen zweifachen Mordversuchs schuldig gesprochen worden. Der 29-jährige Mann wurde verurteilt, weil er mit einem Pkw zwei Männer absichtlich angefahren hatte. Seine 29-jährige Lebensgefährtin wurde wegen Beitragstäterschaft für schuldig befunden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn beide haben volle Berufung angekündigt.

Das Pärchen - er dreifacher Vater, sie zweifache Mutter - war am 28. Oktober im obersteirischen Liezen in einer Disco zusammen ausgegangen. Als sie heimfahren wollten und bei der Garderobe ihre Jacken holten, trafen sie auf drei Männer aus Rumänien. Eine Auseinandersetzung folgte, schien dann aber geklärt. Das Paar wollte heim, wurde aber von den Rumänen Richtung Parkplatz verfolgt und vor dem Lokal blutig geschlagen.

Opfer im Wachkoma
Als das verletzte Paar danach mit dem Auto heimfuhr, entdeckten es am Weg plötzlich die Männer als Fußgänger am Straßenrand. Sie sollen zwei von ihnen absichtlich angefahren haben, ist der Anklage zu entnehmen. Eines der Opfer ist seither nicht ansprechbar und liegt wegen schwerer Schädelverletzungen im Wachkoma. Die 29-jährige Beifahrerin soll als Bestimmungstäterin agiert haben. Der Lenker des Fahrzeugs war ihr gleichaltriger Lebensgefährte. Bei dem Prozess widersprachen sich die beiden Beschuldigten allerdings und schoben sich die Idee, die Männer niederzufahren, gegenseitig in die Schuhe.

Der Beschuldigte stritt den versuchten Mord ab, jedoch gab er am Montag eine beabsichtigte Körperverletzung zu: „Ich wollte ihn mit dem Spiegel an der Hand erwischen, nicht töten. Ich dachte nicht im Entferntesten, dass es so ausgehen könnte.“ Erst von der Polizei habe er erfahren, dass er zwei Männer angefahren hatte und einer sehr schwer verletzt wurde. Die 29-Jährige wies jede Schuld von sich und gab an, den Vorschlag ihres Freundes gar nicht ernst genommen zu haben.

Möglichen Todesfall billigend in Kauf genommen
Die Geschworenen haben am Dienstagabend am Landesgericht Leoben entschieden, dass der Lenker des Wagens beide Männer durch Rammen töten wollte oder zumindest eine Todesfolge billigend in Kauf genommen hat. Seine Lebensgefährtin, die als Beifahrerin im Auto saß, wurde nicht als Bestimmungstäterin, sondern wegen Beitragstäterschaft von den Laienrichtern für schuldig befunden. Während der Mann 16 Jahre Haft ausfasste, soll die Frau 14 Jahre ins Gefängnis. Beide wollen allerdings Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung einlegen. Die Staatsanwaltschaft gab zunächst keine Erklärung ab.

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