Steirische Kirchen

Kritik an Karfreitag-Lösung: „Ein großer Verlust“

Steiermark
27.02.2019 15:13

Ein „persönlicher Feiertag“ ist also das Ergebnis des tagelangen Theaters um den Karfreitag. Hohe steirische Kirchenvertreter sind nicht zufrieden: Von einem „großen Verlust“ spricht der evangelische Superintendent Wolfgang Rehner, der katholische Bischof Wilhelm Krautwaschl zeigt sich solidarisch. Scharfe Kritik kommt auch von Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer.

Ungewöhnlich scharf hat sich in der Vorwoche die evangelische Kirche Steiermark zum damals von der Bundesregierung vorgeschlagenen „halben Feiertag“ (ab 14 Uhr) geäußert: Sie sprach von einem „Eingriff in die freie Religionsausübung“.

„Wir verlieren einen Feiertag“
Rehner klingt nun milder, aber nicht zufrieden: „Es ist ein großer Verlust, wir verlieren einen Feiertag.“ Immerhin biete die nunmehrige Lösung aber die Möglichkeit, dass die Gottesdienste in gewohnter Weise schon am Vormittag stattfinden. „Der Karfreitag wird verstärkt zu einem Bekenntnisakt.“ Sprich: Gläubige müssen einen Urlaubstag einsetzen, um den Karfreitag würdig feiern zu können. Wie viele das machen werden „ist eine große Unbekannte“, gibt der Superintendent zu.

Was wäre für Rehner eine bessere Lösung gewesen? „Wenn jeder in Österreich einen zusätzlichen Urlaubstag erhalten hätte.“

Katholiken solidarisch
Solidarität kommt vom katholischen Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl: „Wir stehen ganz auf der Seite der evangelischen Brüder und Schwestern. Ihnen wird ein Feiertag genommen.“ Von einer perfekten Lösung (wie es FP-Minister Norbert Hofer formulierte) könne keine Rede sein: „Es geht nicht nur um die Wirtschaft, sondern auch um die Menschen.“

„Ein blanker Hohn“
Harsche Kritik kommt auch von Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer: „Es liegt auf der Hand, dass die Streichung unmittelbar eine massive Verschlechterung für mehr als 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darstellt. Wenn schwarz-blau dann auch noch den Generalkollektivvertrag angreifen und den freien Halbtag streichen sollte, wäre das eine Verschlechterung für Millionen Arbeitnehmer in ganz Österreich!“

Schickhofer betont: „Für mich ist klar: Ich stehe auf Seiten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der vielen tausend Betriebe in der Steiermark, die jeden Tag auf ein gutes Zusammenleben von Arbeitnehmer und Arbeitgeber schauen. Der sogenannte ‚persönliche Feiertag‘ ist ein blanker Hohn für die arbeitende Bevölkerung!“

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