Di, 19. März 2019
19.02.2019 08:31

Beißkorb & Co.

Wien: Ab sofort gelten neue Regeln für Listenhunde

Mit Dienstag, dem 19. Februar, tritt das neue Wiener Tierhaltegesetz in Kraft. „Mir geht es um den Schutz der Wiener Bevölkerung“, so die zuständige Tierschutzstadträtin Ulli Sima. Zum neuen Maßnahmenpaket zählt etwa die generelle Maulkorbpflicht für sogenannte Listenhunde im öffentlichen Raum. Viele Hundebesitzer sind unglücklich mit den Änderungen.

„Nach dem tragischen Vorfall im September, bei dem ein Kleinkind von einem Rottweiler getötet wurde, haben wir mit der Wiener Polizei sehr rasch ein Sicherheitspaket erarbeitet. Ich bin froh, dass das breit diskutierte Gesetz nun in Kraft tritt, denn so einen schrecklichen Vorfall darf es in unserer Stadt nie wieder geben“, so Ulli Sima. In Wien gibt es rund 3300 sogenannte Listenhunde, insgesamt sind in Wien 55.000 Hunde gemeldet.

Die neuen Regeln im Überblick

  • Für Listenhunde gilt Maulkorb- und Leinenpflicht im öffentlichen Raum
  • In umzäunten Hundezonen dürfen sie sich ohne Maulkorb bewegen, in Hundeauslaufzonen mit Maulkorb, aber ohne Leine
  • Für Halter von Listenhunden gilt eine 0,5 Promille-Alkohol-Grenze, wenn sie den Hund auf der Straße führen.

Änderungen beim verpflichtenden Hundeführschein

  • Listenhundehalter müssen künftig zwei Jahre nach Prüfung erneut zu einer Wiederholung der Prüfung antreten, da das Tier dann ausgewachsen ist.
  • Hundeführscheinprüfer können aber schon davor Wiederholungsprüfungen, Trainingseinheiten und Schulungen anordnen, wenn sie merken, dass der Halter sein Tier nicht in Griff hat.
  • Ganz unabhängig von der Hunderasse wird bei bissigen Hunden ein behördlicher Hundeführschein vorgeschrieben.
  • Vor Antritt zur Prüfung ist die Absolvierung einer zehnstündigen Trainingseinheit bei einem tierschutzqualifiziertem Hundetrainer vorzuweisen.
  • Neu ist auch, dass ab 1. Juli die Halter aller Hunde bei der Neuanschaffung eines Hundes einen Sachkundenachweis erlangen müssen, wie es in anderen Bundesländern wie Steiermark oder Oberösterreich schon länger üblich ist. In einem Kurs erfahren neue Hundehalter alles, was für die Haltung ihres Vierbeiners wichtig ist – das reicht von den gesetzlichen Bestimmungen über die Gefahren des Welpenhandels bis hin zur richtigen Pflege des Tieres. „Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigen, wie sinnvoll so ein Kurs vor Anschaffung eines Tieres ist. Er fördert sicher das bessere Miteinander von Mensch und Hund in der Stadt“, so Sima.

Breites Angebot für Hundehalter in Wien
In Wien gibt es für Hundehalter ein breites Angebot an Hundezonen und Hundeauslaufzonen, konkret sind es aktuell 194 Hundeausläufe und Hundezonen mit rund 1,3 Mio. Quadratmetern, die den Vierbeinern zur Verfügung stehen. Damit Hundehalterinnen und Hundehalter mit ihrem Vierbeiner Alltagssituationen gut meistern können und als Team noch besser zusammenwachsen, bietet die Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) seit vielen Jahren den freiwilligen Hundeführschein an. Wer die Prüfung erfolgreich absolviert hat, bekommt die Hundeabgabe (72 Euro) für ein Jahr erstattet.

Schon Kinder werden geschult
Wien setzt übrigens auf Bewusstseinsbildung schon ab dem Kindesalter: So unterstützt die Stadt Wien etwa „Schulstunden der besonderen Art“ im Zuge der Umweltbildung, im Rahmen von „Sicherheitspädagogische Tagen“ in den Volksschulen. Auch in den Kindergärten gibt es Aufklärung zur „Sprache“ der Hunde. Die Kinder lernen bei beiden Modellen richtiges Verhalten gegenüber Hunden, alles über die Vermeidung von Gefahren- und Konfliktsituationen und respektvollen und sicheren Umgang mit Hunden.

Änderungen gegen den Widerstand vieler Hundefreunde
Viele Hundebesitzer sind mit der Verschärfung so gar nicht zufrieden. Sie möchten nicht mit den schwarzen Schafen in einen Topf geworfen werden. „Die Listenaufteilung ist eine Frechheit. Ich bin für das oberösterreichische Modell. Dort landet der Hund erst nach einer Auffälligkeit auf der Liste. Außerdem gibt es Kurse für neue Hundehalter“, so eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Gesetzesänderung im vergangenen Oktober. Auch die Grünen hatten sich gegen das Gesetz quergelegt.

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