03.01.2019 13:30 |

Das sagen Jugendliche

Die wichtigsten Lehren aus der Lehrlingsmisere

Die Suche nach Lehrlingen gerät für Unternehmen zur immer größeren Herausforderung. 1466 Stellen sind aktuell beim AMS Tirol gemeldet. Wie junge Menschen für Lehre begeistern? Besuch in der ÖBB-Lehrwerkstätte, wo das Nachwuchsproblem noch klein und die Zufriedenheit der Lehrlinge sehr groß ist.

126 Jugendliche werden in der Lehrwerkstätte der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) in Innsbruck ausgebildet, fünf Berufe angeboten. Nach den Weihnachtsferien beginnt die Suche nach neuen Lehrlingen. Rund 35 werden im Jahr aufgenommen.

Gutes Unternehmen, gute Lehrlinge
„Natürlich merken auch wir, dass weniger Jugendliche zur Lehre tendieren. Aber unser Betrieb hat einen guten Ruf. Unsere Lehrlinge sind am Arbeitsmarkt gefragt. Das freut uns. Noch mehr freut uns, dass 65 Prozent im Unternehmen bleiben. Dafür bilden wir sie ja aus“, fasst Werkstättenleiter Markus Heim zusammen.

Vieles beginnt mit einem Kindheitstraum
Florian Schaffenrath aus Götzens (17) und Fabian Larcher (20) aus Völs sind Beispiele dafür, was Lehre im Idealfall leistet. Die beiden Elektrotechniker sind Landessieger in ihrem Beruf. Sie sind nach drei bzw. vier Lehrjahren immer noch zufrieden mit ihrer Wahl. Und sie sehen auch ihre Zukunft in der Branche. „Lokführer war mein Bubentraum. Mit dieser Lehre habe ich eine gute Basis. Jetzt kommt der nächste Schritt“, weiß Fabian genau, was er will. Auch Florian wollte immer zu den ÖBB – sein Vater ist sein Vorbild.

Das soziale Umfeld prägt das Image
Von einem schlechten Image der Lehre ist in Florians Umfeld nichts zu spüren. Eine praktische Berufsausbildung wird als hohes Gut angesehen. Dementsprechend stolz ist Florian auf seine Arbeit. Er und Fabian sind überzeugt, dass ihre Ausbildung in Zukunft an Bedeutung gewinnt.

Mädchen für die Technik begeistern
Die beiden jungen Männer stehen für das Selbstbewusstsein, das die Lehre zu verlieren droht. Auch Theresa Dobmeier steht für dieses Selbstbewusstsein: doppelt! Die 19-Jährige hat sich als Mädchen für den technischen Beruf „Angewandte Elektronik“ entschieden. „Natürlich können das Mädchen. Wenn mich was interessiert, habe ich die besten Voraussetzungen, gut darin zu sein“, formuliert Theresa den entscheidenden Satz. Sie weiß um die Vorbehalte vieler Mädchen, einen technischen Beruf zu ergreifen: „Das ist schade. In der Technik gibt es viele Bereiche, in denen Voraussetzungen wie eine gute Feinmotorik von Mädchen sehr gut erfüllt werden können.“

Eine Schnupperlehre als Entscheidungshilfe
Worin bin ich gut? Diese Frage wird Schulabgänger in den kommenden Wochen beschäftigen. Fabian, Florian und Theresa wissen aus Erfahrung, wie man das herausfinden kann. „Wer unsicher ist, sollte eine Schnupperlehre absolvieren“, lautet die Botschaft der drei ÖBB-Lehrlinge an Jugendliche.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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