19.12.2018 07:30 |

Reaktionen auf Studie

Umfahrung für Liezen: Der Wind hat sich gedreht

Seit 40 Jahren spukt das Thema durch Politik, Wirtschaft und rund um die Stammtische - jetzt kommt offenbar nachhaltig Bewegung in die Frage einer Liezener Ortsumfahrung im Zuge der B 320! Wie berichtet, wurde am Montag eine Auswirkungs-Analyse veröffentlicht, die von relativ verschmerzbaren Folgen für den Handel in Liezen ausgeht. Auf dieser Basis zeigen sich sowohl Gemeinde- als auch Landespolitik nun ausgesprochen motiviert, den Dauerbrenner Umfahrung anzugehen. Wobei alle Seiten die Wichtigkeit des Anrainer- und Naturschutzes betonen.

Um 3,8 Prozent würde der Handels-Umsatz in Liezen schrumpfen. Betroffen vom Wegfall der Verkehrslawine am Stadtrand wären in erster Linie die Tankstellen und Fast-Food-Restaurants. Doch mehr als 90 Prozent der Umsätze im Handel bringen gar nicht die „Durchfahrer“, sondern die Kunden, die sowieso kommen: einerseits die Liezener selbst und andererseits die Bewohner des Umlands.

Das ist das Ergebnis der Studie, die das Regionalmanagement Liezen am Montag präsentiert hat. Durch sie hat sich das Blatt in dieser jahrzehntealten Debatte offenbar gewendet.

Bürgermeisterin: Gemeinderat studiert die Studie
Noch im Sommer hatte sich etwa SPÖ-Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner mit Verweis auf den Handelsstandort klar gegen eine Umfahrung ausgesprochen. Jetzt hat sie angesichts der günstigen Vorhersagen ihre Position überdacht: „Die errechneten Einbußen sind längst nicht so dramatisch wie befürchtet“, zeigt sich Glashüttner gegenüber der „Krone“ erleichtert.

Natürlich werde mit den Umsätzen auch ein Teil der Kommunalsteuer wegfallen. „Aber wir hoffen, dass dafür andere Gäste, die bisher vom Verkehr abgehalten werden, umso lieber kommen.“

Umfahrung der Umfahrung
Kurioses Detail: Die jetzige B 320 wurde in den Sechzigern als Umfahrung gebaut - und wuchs dann im Lauf der Zeit zum heutigen „Einkaufsdschungel“ zu. Glashüttner kennt die Debatte seit Jahrzehnten: „Lange waren alle gegen die neue Umfahrung. Jetzt sind die meisten dafür, weil der Verkehr einfach zu viel ist.“

Nun erwartet die Bürgermeisterin, dass alles schnell gehen könnte: „Über Weihnachten werden alle Fraktionen im Gemeinderat die Analyse studieren. Wenn alles gut geht, könnten wir im Februar einen Beschluss für die Umfahrung haben.“

Landesrat: „Lösung nur gemeinsam mit Stadt Liezen“
Dann könne das Land alle Hebel in Bewegung setzen, so Glashüttner. „Wichtig ist nur, dass unsere Gemeinde in jede Entscheidung eingebunden ist!“

Das sieht auch der zuständige Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) so: „Hier kann es nur gemeinsam mit der Stadt Liezen zu einer Lösung kommen“, betont er. „Die Studie bestärkt mich in meiner Meinung, dass eine Umfahrung die beste Lösung wäre. Jetzt warten wir aber die Beschlüsse des Gemeinderats ab.“

Kosten: Größenordnung liegt bei 36 Millionen
Innerhalb des kommenden Jahres könnte das Land dann die Entscheidung für eine Variante fällen, schätzt Lang. Dessen Fachleute werden allerdings bei der Routenführung einige Klippen umschiffen müssen: Naherholungsgebiet, Natura-2000-Gebiet und Hochwasserschutz versprechen knifflige Verhandlungen. Zahlen zu möglichen Kosten - als Größenordnung war im Herbst von 36 Millionen Euro die Rede - will Anton Lang vorerst nicht nennen.

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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