Mutige Einsätze

Helden der Berge und Polizist als Lebensretter

Steiermark
18.12.2018 06:00

Rückblick: Am 29.12.2017 kam es auf dem Rauschkogel in der steirischen Gemeinde Turnau zu einem Lawinenabgang. Ein Skitourengeher wurde mitgerissen und verschüttet. Ein Hubschraubereinsatz war nicht möglich, die Bergrettung stieg zu Fuß auf den Berg, um dem Vermissten zu Hilfe zu eilen. Und: Im burgenländischen Nickelsdorf wurde ein Polizist in seiner Freizeit zum Lebensretter.

Auf dem Rauschkogel war aufgrund des starken Sturms vorerst kein Hubschraubereinsatz möglich. Zwei Teams der Bergrettung stiegen zum Vermissten auf, konnten ihn orten und befreien. Nach einer Wetterbesserung konnte der Verletzte mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. „Der Mann war schwer verletzt, hatte Serienrippenbrüche, ein gebrochenes Bein, und er war vor allem schon sehr unterkühlt“, erzählt der Einsatzleiter Martin Hörzer von den dramatischen Stunden.

Ortsstellenleiter: „Gott sei Dank gab es keine Toten"
Das war aber längst nicht der einzige Einsatz auf dem Rauschkogel. „Im letzten Winter hatten wir noch zwei Einsätze nach Lawinenabgängen“, erinnert sich Ortsstellenleiter Manuel König. „Das war schon sehr, sehr ungewöhnlich. Gott sei Dank gab es keine Toten.“

25 Mann sind bei der Bergrettung Turnau Tag und Nacht einsatzbereit. Und die Arbeit wird nicht weniger: „Im Gegenteil. Das Tourenskigehen boomt“, sagt König, der deswegen auch appelliert: „Alle, die auf einen Berg gehen, sollen sich ordentlich informieren. Schneebedingungen, Wetter, Wind - das muss alles mit einkalkuliert werden. Und auf die richtige Ausrüstung muss großer Wert gelegt werden.“

Ein Polizist als Lebensretter
Polizist und Musiker aus Leidenschaft - das ist Matthias Schmidt. Seit 2016 versieht der Beamte seinen Dienst in Nickelsdorf - auf der Jagd nach Menschenschmugglern und Einbrecherbanden aus dem Osten. Am 5. September fuhr der Ordnungshüter von Nickelsdorf in Richtung Stegersbach, um an einem Konzert der Polizeimusik teilzunehmen. Doch kurz nach Rechnitz durchkreuzte das Schicksal diesen Plan gründlich.

Matthias Schmidt war auf dem Weg zu einem Konzert der Polizeimusik, als er zum Lebensretter wurde. Nur Stunden später trat der Held des Tages mit seiner Kapelle wie geplant auf. (Bild: Pressefoto Weber)
Matthias Schmidt war auf dem Weg zu einem Konzert der Polizeimusik, als er zum Lebensretter wurde. Nur Stunden später trat der Held des Tages mit seiner Kapelle wie geplant auf.

„Rechts neben der Fahrbahn erblickte ich einen Wagen, der frontal einen Baum gerammt hatte. Der ganze Motorblock war zertrümmert.“ Schmidt zögerte keine Sekunde, stoppte, stieg aus und lief zu dem verunfallten Wagen. Der 22-Jährige befreite die Lenkerin und sorgte dafür, dass Rettungswagen, Polizei und Notarzt alarmiert wurden. Per Hubschrauber wurde die schwer verletzte Frau ins Spital geflogen.

Die Jury (v.l.n.r.): „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann, ORF-General Alexander Wrabetz, Regierungssprecher Peter Launsky und Lilly Kunz (Bundeskanzleramt) (Bild: Martin A. Jöchl)
Die Jury (v.l.n.r.): „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann, ORF-General Alexander Wrabetz, Regierungssprecher Peter Launsky und Lilly Kunz (Bundeskanzleramt)

Ehrung bei Gala
In einer TV-Gala am 20. Dezember (21.05 Uhr, in ORF2) werden er und andere Helden von der „Krone“, dem Bundeskanzleramt und dem ORF vor den Vorhang geholt - um Danke zu sagen. Moderiert wird die Heldenshow von „Krone“-Ombudsfrau Barbara Stöckl. Ebenfalls unter den Geehrten: Rotkreuz-Helferin Lidwina Dox, die als rettender Engel für Millionen Flüchtlinge in Bangladesch in Erscheinung trat.

Patrick Huber und Michael Jakl, Kronen Zeitung

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