Sechs Teams zittern

Im Finale um den Strich liegen die Nerven blank

Fußball National
07.12.2018 08:28

Noch zwei Runden im Herbst, dann vier im Frühjahr, ehe die Liga nach dem Grunddurchgang in zwei Gruppen geteilt wird. Das Gedränge am ominösen Strich spitzt sich zu, gleich sechs Teams liegen innerhalb von sieben Punkten, nur vier davon erhalten ein Ticket für die Meisterrunde. Logisch, dass die Anspannung wächst - die „Krone“ machte sich bei den betroffenen Vereinen ein Bild davon.

(Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER)

3. St. Pölten: 26 Punkte (+6 Tore)
Vier Zähler sind es nur noch, die den SKN von Sein oder Nichtsein trennen. Dem Kühbauer-Polster gehen quasi die Federn aus. Der stets freundliche Coach Ranko Popovic wirkt nur beim Thema Meisterrunde gereizt: „Den Druck habengrößere Klubs, nicht wir mit unseren Ansprüchen. Vielleicht sind die Medien nervös, ich nicht.“ Bereits am Dienstagand fand die Weihnachtsfeier statt, der Klub schwor sich noch einmal ein. „Wir sind als Einheit gefragt“, sagte Präsident Helmut Schwarzl. Der Zeitpunkt kam nicht von ungefähr - Samstag ist Altach zu Gast, ein Schlüsselspiel!

(Bild: GEPA)

4. WAC: 25 Punkte (+4 Tore)
Nach dem letztjährigen Seuchenjahr lag man heuer an 14 der bisherigen 16 Spieltage überm „Strich“ - und daran soll sich bis zum Ende nichts ändern. Auch wenn in den letzten beiden Runden (mit nur einem Zähler!) der Vorsprung von stolzen acht Punkten auf drei schrumpfte. „Jeder muss die Ursachen dafür bei sich selbst suchen - von mir angefangen. Fakt ist aber auch, dass die Meisterrunde für einen Klub wie WAC nichts Selbstverständliches ist“, betont Erfolgstrainer Christian Ilzer. „In den zwei Spielen bis zur Pause werden wir noch zweimal an unsere Grenzen gehen.“

5. Austria: 24 Punkte (0 Tore)
„Natürlich ist der Strich ein Thema, beschäftigen wir uns damit, wir haben uns ja selbst in diese Lage gebracht“, gibt Austrias Sportchef Ralf Muhr zu. Fügt aber gleich ein „Aber“ hinzu: „Aber wir haben es selbst in der Hand, andere Klubs sind sicher nervöser als wir.“ Die letzten beiden Siege haben Violett in eine gute Ausgangsposition gebracht, Sonntag in Mattersburg will man nachlegen. Denn Muhr weiß genau: „Es kann schnell gehen, wir können zu Weihnachten elf Punkte vor Rapid liegen, aber auch einen Zähler dahinter.“ Der Blick zum Erzrivalen ist also immer da.

(Bild: APA/HERBERT NEUBAUER)

6. Sturm: 22 Punkte (+2 Tore)
Seit dem Trainerwechsel von Heiko Vogel zu Roman Mählich fährt der „Fahrstuhl“ bei Sturm wieder nach oben: Mit zwei Siegen (2:0 in Altach, 3:0 gegen WAC) liegt der Cupsieger wieder über dem Strich, in den letzten drei Spielen gab’s kein Gegentor, und auch die Effizienz passt wieder. Der Trend geht in die richtige Richtung. Die Frage von über oder unter dem Strich ist für die größeren Klubs natürlich von größerem Belang, gibt Sportchef Günter Kreissl zu: „Für die Befindlichkeiten im Umfeld wär’s gut, wenn wir zu Weihnachtenin den Top Sechs wären. Noch ist’s aber kein Muss.“

(Bild: APA/DIETMAR STIPLOVSEK)

7. Hartberg: 22 Punkte (-3 Tore)
Am letzten Spieltag ist Hartberg unter den Strich gerutscht, aber nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber Sturm. Für den Sensationsaufsteiger kein Beinbruch. „Es ist ein schöner Moment, dass wir im Kampf um die Top-6 noch mitmischen. Wir sind ja als Fix-Absteiger gehandelt worden. Mehr Druck haben die Großen, unser Ziel bleibt weiterhin der Klassenerhalt“, bekräftigt Sportchef Erich Korherr. Sonntag wartet auf die Schopp-Elf das Heimspiel gegen Innsbruck, danach geht’s nach Altach. Korherr: „Das sind zwei richtungweisende Partien für uns.“

Kühbauer mit Hartberg-Coach Markus Schopp, der bei St. Pölten Kühbauers „Co“ war (Bild: APA/ERWIN SCHERIAU)
Kühbauer mit Hartberg-Coach Markus Schopp, der bei St. Pölten Kühbauers „Co“ war

8. Rapid: 19 Punkte (-3 Tore)
„Im Frühjahr werden wir ein anderes Gesicht haben“, kündigt Sportchef Bickel an. „Jetzt müssen wir dranbleiben.“ Mit dem 1:0 in letzter Sekunde in Innsbruck hielt sich Grün-Weiß zuletzt am Leben, der Glaube ist zurück. Gegen Sturm und die Austria sind vier Punkte ein Muss. Der Druck ist nicht neu, in Hütteldorf schmerzt der Blick auf die Tabelle seit Wochen. Der Klub muss sich mit dem unteren Play-off beschäftigen, rechnete sich auch den drohenden finanziellen Verlust aus. „Unsere kaufmännische Pflicht“, so Geschäftsführer Peschek. „Wir glauben noch an uns.“

H. Steiner, C. Lenz, P. Klöbl, V. Silli, B. Enzinger, R. Bortenschlager (Kronen-Zeitung)

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(Bild: KMM)



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