Sa, 15. Dezember 2018

Drastische Maßnahme

25.09.2018 11:32

Deutsche Polizei pumpt See für Leichensuche aus

Bei einem seit 25 Jahren ungelösten Vermisstenfall setzt die deutsche Polizei drastische Mittel ein, um diesen eventuell doch aufklären zu können: Sie will einen See komplett auspumpen, um die Leiche von Jutta Fuchs zu finden, die im Jahr 1993 verschwand. Weil persönliche Gegenstände der damals 29-Jährigen in dem Gewässer gefunden wurden, hofft man dort nun mehr Hinweise auf das Verbrechen zu finden. Unter Verdacht seht ihr heute 58-jähriger Ehemann.

Der mysteriöse Fall ist seit einem Vierteljahrhundert ungelöst - seit Ende Juni 1993 gilt Jutta Fuchs aus Farge als vermisst, ihr Körper wurde bislang nicht entdeckt. Ein Fischer fand lediglich einen mit Steinen beschwerten Sack im Tietjensee, in dem sich Schminkutensilien, Zahnbürste und Verlobungsring der Vermissten befanden. Die Anklagebehörde vermutet, dass ihr Ehemann Wolfgang O. etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat. Seit Mitte August muss er sich deshalb vor Gericht verantworten.

Doch vielleicht ließ der mutmaßliche Täter noch mehr in dem See verschwinden - etwa die Tatwaffe oder gar die Leiche der damals jungen Frau. Konkret hofft die Exekutive, eine Pistole des Ehemanns zu finden, die vor dem Verschwinden von Fuchs bei einem Einbruch abhandengekommen sein soll. Sucheinsätze mit Tauchern und Tauchrobotern in den Jahren 1994 und 2006 brachten jedoch keinen Erfolg. Die Sichtweite unter Wasser habe nur etwa zehn Zentimeter betragen, berichteten die Einsatzkräfte.

Wiener Seebesitzer ist kooperativ
Nun soll der 150 Meter lange, 80 Meter breite und 2,2 Meter tiefe See komplett leergepumpt werden. Der Wiener Besitzer des Sees, Viktor Walezki, soll laut „Weser Kurier“ keine Einwände gegen diese Aktion haben. „Was soll ich dagegen haben, solange es der Gerechtigkeit dient?“, wird er von der Zeitung zitiert - obwohl er sich fragt, ob man nach so langer Zeit noch etwas in dem See finden kann. Der Pächter des Sees, der ihn zum Angeln nutzt, hat ebenfalls keine Bedenken. Die Fische würden in den Teich eines Freundes gepumpt.

Polizei patrouilliert am Seeufer, bis Gewässer ausgepumpt wird
Das Leerpumpen des Sees ist ein schwieriges Unterfangen. Experten aus dem In- und Ausland würden zurate gezogen werden, berichtet eine Polizeisprecherin - das Vorhaben wird sich demnach noch etwas in die Länge ziehen. In der Zwischenzeit wird das Gewässer von der Exekutive überwacht - Objektschützer patrouillieren am Seeufer, so der „Weser Kurier“. So soll verhindert werden, dass Hinweise aus dem Gewässer verschwinden. „Diese Maßnahme stellt eine erhebliche Kraftanstrengung für die Polizei dar“, erklärt die Sprecherin. „Aber bei derartigen Taten müssen wir jede Ermittlungsmöglichkeit ausschöpfen.“

Ehemann behauptete, Vermisste hätte Liebhaber gehabt
Der Ehemann von Fuchs geriet deshalb ins Visier der Ermittler, weil sich die Frau kurz vor ihrem Verschwinden von ihm trennen und mit ihrem Sohn ausziehen wollte. Der Grund sei die Untreue ihres Partners gewesen. Einen Tag vor dem geplanten Neuanfang verschwand Fuchs - die kleine Wohnung, in die sie einziehen wollte, hatte sie bereits eingerichtet. Wolfgang O. meinte zur Polizei, die Vermisste sei mit einem Liebhaber durchgebrannt - doch die Ermittler glaubten nicht, dass Fuchs ihren Sohn zurückgelassen hätte. In einem Firmenwagen schlugen Spürhunde an, daher vermutet die Exekutive, dass darin eine Leiche transportiert wurde.

Lange war nicht klar, ob ein Prozess trotz der dünnen Beweislage eröffnet werden könne. Um eine Verjährung zu verhindern, reichte die Staatsanwaltschaft 2013 Klage ein. Nach langem Hin und Her konnte der Prozess schließlich heuer im Sommer starten.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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