19.09.2018 12:44 |

Seniorin übergab Gold

Betrüger schlagen Kapital aus Zug-Tragödie

Nach dem tragischen Zugunglück am Dienstag in Graz haben Betrüger via Telefon Kautionen für angebliche Verursacher in der Höhe von bis zu 70.000 Euro von Grazern verlangt. In den meisten Fällen fielen die Opfer nicht auf die Masche herein, doch eine 91-jährige Frau hatte den falschen Polizisten geglaubt. Sie übergab Unbekannten eine Goldmünzensammlung direkt an der Eingangstür.

Die Trickbetrüger hatten nach dem tödlichen Unfall bei mehreren Grazer Haushalten angerufen und vorgegeben, dass ein Familienangehöriger den Unfall verursacht habe und nun eine Kaution zu bezahlen sei, sonst würde dieser vor den Haftrichter kommen. Gegen 13.30 Uhr riefen die Täter auch bei der 91-Jährigen an. Angeblich sei ihre Tochter in den Unfall verwickelt, weshalb 60.000 Euro Kaution zu zahlen sei. Im Hintergrund war die Stimme einer Frau zu hören, die sich als Tochter ausgab. Dadurch sei laut Polizei zusätzlicher psychischer Druck auf die 91-Jährige ausgeübt worden.

Goldmünzen übergeben
Das Opfer versprach den falschen Beamten eine Goldmünzensammlung, deren Wert nicht genau bekannt ist. Wenig später übergaben die Pensionistin und ihr Ehemann die Sammlung vor der Eingangstür in Graz einer unbekannten Person.

Warnung vor Neffentrick
Die Polizei warnte am Mittwoch noch einmal vor dem sogenannten Neffentrick. Bei Anrufen von angeblichen Verwandten ist Misstrauen angebracht. Angehörige sollen danach jedenfalls angerufen werden, um die Geschichte zu hinterfragen. Betroffene sollen sich keinesfalls zu Geldübergaben überreden lassen - schon gar nicht an unbekannte Personen. Außerdem sollen keine Auskünfte über die finanziellen Verhältnisse gegeben werden. Sollten Betrüger angerufen haben, ist das der Polizei zu melden.

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