Heimwerken
(Futter-)Hausbau für Vögel im Winter
Eis, Schnee und Frost – für alle Vögel, die nicht in den Süden ziehen, beginnt damit eine harte Zeit. Denn vor allem bei Kälte brauchen sie viel Futter, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten – so können sie z. B. in einer einzigen kalten Nacht bis zu 10 Prozent ihres Körpergewichtes verlieren. Gezielte Unterstützung bei der Futtersuche durch geeignete Futterstellen sowie die richtige Vogelnahrung machen also wirklich Sinn. Vogelhäuschen, zum Aufhängen oder Aufstellen, gibt es gerade im Winter in allen möglichen Größen und Stilrichtungen zu kaufen. Mit etwas Holz und einigen Schrauben sind sie aber auch leicht selbst gemacht.
Vogelhaus selbst gebaut
Für Heimwerker-Fans stellt der Bau eines Vogelhauses häufig die erste richtige gemeinsame Arbeit mit den Sprösslingen dar. Gerade die Feiertage bieten sich also geradezu an, um in aller Ruhe selbst ein Vogelhaus zu basteln.
Hierbei sind der Fantasie und dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Denn je nach Begabung und Geschick bietet sich dem Heimwerker eine reiche Auswahl an: vorgefertigte Bausätze, die es bereits ab etwa 10 Euro in den Baumärkten gibt und die nur mehr zusammengeschraubt werden müssen, planen und basteln nach Bauanleitungen – Schwierigkeitsgrade von ganz einfach bis superschwer - oder man geht ganz frei an den Entwurf des künftigen Vogel-Gourmettempels heran.
Vor Beginn der Bauarbeiten steht jedoch die Auswahl des richtigen Materials. Grundsätzlich ist hierbei von Holz über Metall bis hin zu Plastik alles möglich – am beliebtesten ist aber immer noch das natürliche Holz. Dabei gilt: Kein chemisch behandeltes Holz verwenden und es dürfen keine scharfen Kanten hervorstehen.
Und so geht es
Grundsätzlich ist ein einfaches Vogelhaus leicht zu planen: Eine Grundfläche von 20 x 30 cm ist vollkommen ausreichend, die Seitenteile sollten meist eine Höhe von rund 20 cm aufweisen. Wichtig: Beim Planen des Eingangsbereiches muss entschieden werden, ob das Vogelhaus nur kleinen Vögeln dienen soll oder ob auch größere Vogelarten darin Futter und Unterschlupf finden können – je nachdem ist dann die Größe des Einschlupfloches festzulegen.
Die Umrisse der einzelnen Teile werden dann mit Hilfe etwa von Schablonen auf das Holz übertragen und anschließend mit einer Stichsäge ausgeschnitten. Tipp: Um das Material Holz vor Witterungsschäden zu schützen, das Holz – am besten noch vor dem Zusammenbauen - mit einer (umweltfreundlichen!) Holzlasur behandeln. Soll das Häuschen färbig werden, müssen zu grelle Signalfarben wie zum Beispiel Rot vermieden werden, da dadurch die Vögel abgeschreckt werden.
Wichtig ist es auch, scharfe Teile nach dem Aussägen unbedingt sorgfältig abzuschleifen, damit sich Vögel nicht verletzten können. Aufpassen auch, wenn die Teile zusammengenagelt werden – es versteht sich von selbst, dass Schrauben und Nägel nicht aus dem Holz hervorragen dürfen (wenn, dann abgedeckt!).
Was noch beachtet werden muss
- Bodenplatte: Vögel picken auf ihr herum – daher möglichst unbehandeltes und stabiles Holz verwenden, die Innenseite nicht streichen oder lackieren.
- Dach: Sollte etwas rau sein, damit die Vögel beim Landen nicht abrutschen (z. B. mit Bitumenbahnen oder einfach auch nur Rinde verkleiden).
- Wetterschutz: Das Futter sollte trocken und sauber bleiben. Die geschlossenen Seiten des Vogelhauses zur Wetterseite hin ausrichten.
- Reinigung: Grundsätzlich sollte ein Vogelhaus leicht zu reinigen sein – das Thema Hygiene spielt also beim Bauplan ebenfalls eine wichtige Rolle.
- Standort: Das Vogelhäuschen unerreichbar für Katzen mit freier Rundumsicht aufstellen (z. B. auf einem mindestens eineinhalb Meter hohen Holzpfahl). Wichtig: Zwei bis drei Meter Mindestabstand zum nächsten Fenster einhalten. Tipp von „die umweltberatung“: Am Baumstamm oder Ständer schützen auch altes, kratziges Fichtenreisig oder ein Metallblech vor jagdfreudigen Katzenkrallen!
Richtige Fütterung
Wann die Fütterung tatsächlich beginnen soll – darüber gehen auch die Meinungen von Experten auseinander, so Elisabeth Koppensteiner, Leiterin von „Natur im Garten“ bei „die umweltberatung“: “Einige empfehlen die Fütterung erst ab der ersten Schneedecke, damit die Vögel solange wie möglich in der Natur auf Futtersuche gehen. Andere wiederum meinen, man solle die Vögel früh genug an die Zufütterung und die Nähe des Hauses gewöhnen.“
Wichtig ist jedenfalls, das Futter unbedingt sauber zu halten, andernfalls besteht durch Kot auf dem Futter die Möglichkeit der Krankheitsübertragung zwischen den Vögeln. Am besten alle drei Tage das alte Futter entfernen, Vogelhaus reinigen und mit frischem Futter füllen. Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammer lieben Sonnenblumenkerne und Freiland-Futtermischungen. Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönige und Stare sind Weichfutterfresser und lieben daher Fett-Körnermischungen wie Meisenknödel bzw. –ringe, Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst oder das in Zoofachhandlungen erhältliche Mischfutter. Allesfresser wie Meisen, Spechte und Kleiber stellen sich im Winter auf Körner um.
Und ganz wichtig: Menschenessen (z. B. Weißbrot, das in der Kälte friert) ist kein geeignetes Vogelfutter und kann den Vögeln ernsthaft schaden.




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