Endlich grünes Licht:

Beim Bau des Westrings winkt eine „Vollgas-Prämie“

Der 29. August 2018 wird in die Geschichte der Stadt Linz eingehen! An diesem Tag gab das Bundesverwaltungsgericht grünes Licht für den 670 Millionen € teuren Westring. Nun geht es ruckzuck weiter. Bereits 2023 soll die Donaubrücke stehen. Auch weil die Asfinag der Baufirma eine „Vollgas-Prämie“ in Aussicht stellt.

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133 Millionen Euro kassiert das österreichisch-italienische Baukonsortium für die Errichtung der ersten Westring-Etappe. Stampft die Firma das Projekt Donaubrücke samt Auffahrten vor dem Dezember 2023 aus dem Boden, gibt es bis zu 1,2 Millionen Euro extra.

8000 Euro pro Tag
Denn für jeden Tag, an dem der Verkehr auf der A 26 früher rollt, gibt es eine Prämie von 8000 Euro. „Der Bonus ist gedeckelt. Mehr als 150 Tage sind nicht möglich“, erklärt Asfinag-Projektleiter Franz Sempelmann. Damit sollen ein zu hoher Termindruck und Husch-Pfusch-Aktionen vermieden werden. „Sicherheit hat oberste Priorität“, so Sempelmann. Auf einen Tag auf oder ab kommt es nun auch nicht mehr an.

Seit 1972 im Gespräch
Immerhin warten manche Linzer schon seit 1972 auf den Westring. Die ersten Bagger werden noch in diesem Jahr anrollen, um das Baufeld zu errichten. „Dann wird Linz tatsächlich zu einer Brückenstadt mit drei parallel laufenden Baustellen“, freut sich der Linzer FPÖ-Verkehrsstadtrat Markus Hein.  Denn bereits jetzt laufen die Arbeiten für die Voestbrücken-Bypässe und für die neue Eisenbahnbrücke auf Hochtouren.

206 Meter lange Brücke
Der Westring-Bau wird dann im neuen Jahr so richtig auf Touren kommen. Als Erstes wird die 206 Meter lange Donaubrücke in Angriff genommen. Die Asfinag geht von einer Bauzeit von rund zwei Jahren aus. Genauso lange wird die Errichtung der Anbindungen an die B 127 und B 129 dauern. Heißt: Ab 2023 wird der Verkehr freigegeben - vorerst in beiden Richtungen nur auf einer Fahrbahn. Die zweite Spur ist für die Baufahrzeuge der zweiten Projektphase vorgesehen.

Dritte Etappe wird 2031 fertig
Bis 2028 ist die Fertigstellung des Abschnitts Freinberg-Hauptbahnhof geplant nebenan. Mit der Errichtung der Brücke über die Westbahn und dem Lückenschluss zur A 7 rechnet die Asfinag schließlich im Jahr 2031.

Eine unendliche Geschichte
Dann geht eine scheinbar unendliche Geschichte doch noch zu Ende. Wie bereits erwähnt, gab es die ersten Pläne bereits 1972. 28 Jahre später waren sich Land und Bund (un-)einig. Immer wieder wurden Teile des Projekts gestrichen.

Turbulentes UVP-Verfahren
Richtig turbulent wird es ab dem Jahr 2008 und der Einleitung der Umweltverträglichkeitsprüfung. Diese ruft die Projekt-Gegner auf den Plan, die mit allen möglichen Argumenten den Westring verhindern wollen. So wurden auch der Schutz des Feuersalamanders, des Wanderfalken und des Bibers als Gründe für ein Projekt-Aus angeführt. Auf jedes Urteil der Richter folgte prompt ein Einspruch.

Einspruch gegen Vergabeverfahren
Den letzten gab es nun beim Vergabeverfahren. Eine unterlegene Firma blätterte für den Protest sogar 55.000 Euro hin. Vergeblich. Die Asfinag darf ihrem Favoriten den Zuschlag erteilen - 1151 Tage nach dem offiziellen Spatenstich im Landtags-Wahlkampfjahr 2015. Weitere Einsprüche sind nicht mehr möglich

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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