Fr, 16. November 2018

Prägraten in Osttirol:

23.08.2018 06:00

Das Gletschereis gab 40 Weltkriegsbomben frei

Mindestens einmal im Jahr steigen Bergretter aus Prägraten mit Experten aufs Umbalkees in der Venedigergruppe. Auf 2700 Meter Seehöhe bergen sie, was das Eis nach einer Flugzeugnotlandung im Jahr 1944 freigibt. Dienstag waren es 40 Stabbrandbomben. Sie wurden anschließend unschädlich gemacht.

Niemand weiß, ob die Briten die Brandbomben vor der Notlandung der „Ju“ als Ballast abgeworfen haben oder ob sie die notgelandete Maschine bombardieren wollten. Jedenfalls sind viele Sprengsätze ausgebrannt. Nach der Landung im Jänner barg die Deutsche Wehrmacht eilig wichtige Teile. Und schon im März war die Maschine von Schnee und Eis verschluckt. Erst 2002 kamen sie zu Tage. Bergretter aus Prägraten entdeckten sie, setzten das Cockpit aus Trümmern zusammen und lagern einen der drei Motoren in Prägraten.

Der Archäologe Univ.-Prof.  Harald Stadler hat die Bergungen begleitet: „Das Eis hat die Vergangenheit konserviert. Doch die Gletscher schmelzen ab. Wer weiß, was noch alles zu Tage kommt.“ Die Bergrettung Prägraten kümmert sich um die Absturzstelle. Deren Chef Markus Bstieler: "Kein Bergsteiger soll durch diese gefährlichen Überreste zu Schaden kommen!“

Das wieder aufgebaute Cockpit war die vergangenen zwei Jahre als Leihgabe bei Junkers in  Mönchengladbach ausgestellt. Doch jetzt sucht die Bergrettung einen Platz, wo es bleiben könnte. Bstieler: "Derzeit sind Cockpit und einder Motoren einer alten Garage in Prägraten abgestellt. Wir hoffen, wir finden einen Platz für eine Ausstellung.!

Zur Geschichte der „Tante Ju“ im Eis:
Mit Tee aus dem Seegras der Polsterung und Keksen überlebten elf Wehrmachtsangehörigen nach der Notlandung einer „Junkers 52“ am 6. Jänner 1944 zwei Tage lang. Dann stiegen drei ab, um Hilfe zu organisieren. Zollwache und Prägrater bargen die Verletzen; der Funker starb. Am 10. Jänner startete vom „Fliegerhorst“ Annabichl eine Bergungsmannschaft für „wichtige Bestandteile des Flugzeugs“. Einiges davon hat die Besatzung allerdings bereits weggebracht. So landeten etwa viele Teile der Verkabelung aus der Maschine in einem Privathaus. 

Serina Babka
Serina Babka

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kärnten
Aktuelle Schlagzeilen
Vor Brasilien-Hit
Niedlich! Neymars Sohnemann crasht Pressekonferenz
Fußball International
Maggies Kolumne
Schwarz auf weiß
Tierecke
Klage von Ex-Vermieter
Dembele hinterließ Villa in desolatem Zustand
Fußball International
Highlight am Himmel
Komet Wirtanen im Dezember zu sehen
Wissen
Positive Bilanz
Rapid: 2,37 Millionen Gewinn für 2017/18!
Fußball National
Kurz rügte Vorarlberg
NEOS: „Verhalten ist eines Kanzlers unwürdig“
Österreich
Beide enttäuschen
DFB- und ÖFB-Team derzeit im selben EM-Quali-Topf!
Fußball International
Online-Wahl in Italien
EBEL-Meister HC Bozen beliebter als Juventus
Eishockey
Bosnische Übermacht
Dragovic über Fans: „Haben uns angesch***en“
Fußball International
Rührend: Rooney-Adieu
„Bin von jetzt an nur noch Fan der ‘Three Lions‘“
Fußball International
Wilde Spekulationen
Top-Angebote: Forderte Arnautovic Mega-Gehalt?
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.