„Viel Luft nach oben“

Trotz 4:0: Letsch kritisiert Austria-Defensive

Zwei Heimspiele, zwei Siege. Mit einem 4:0 gegen die Admira begeisterten die Wiener am Sonntag die rund 10.000 Fans in der neuen Generali Arena mit ihrer Offensivpower. Trainer Thomas Letsch sah dennoch ein trügerisches Ergebnis und kritisierte die fehlende Balance. Die Admira fand Topchancen vor, scheiterte aber wiederholt an ihrer Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse.

„Vom Ergebnis her ist es super gelaufen. Da gibt es wenig zu meckern. Aber wir haben noch viel Luft nach oben, was das Defensivverhalten anbelangt“, sagte Letsch. Der Deutsche setzte von Beginn weg mit Alon Turgeman, Christoph Monschein und Bright Edomwonyi drei Stürmer ein. Zwar agierte Turgeman als offensivster Part des Mittelfelds, den Israeli zog es dennoch zumeist weit nach vorne.

Qual der Wahl bei Offensiv-Power
Die Abstimmung bei Gegenstößen stimmte deshalb nicht immer - vor allem in der ersten Spielhälfte. Da schoss Edomwonyi (23., 30.) zwar einen Zwei-Tore-Vorsprung für die Hausherren heraus, die Austria ließ jedoch auch „Hochkaräter“ (Letsch) zu. Die Admria wusste diese freilich nicht zu nutzen. Sinan Bakis und Dominik Starkl ließen aus kürzester Distanz Zielgenauigkeit vermissen.

Die Offensivabteilung der Austria indes beschert Letsch die Qual der Wahl. So saß der in der Vorsaison noch gesetzte Kevin Friesenbichler gegen die Admira 75 Minuten nur auf der Bank. Erst nachdem Uros Matic (54.) mit seinem Tor alle Zweifel am Sieger beseitigt hatte, wechselte die Austria durch. So kam auch Lucas Venuto zu einer Viertelstunde Einsatzzeit. Dass mit dem noch nicht spielberechtigten Brasilianer Ewandro bald ein weiterer Offensivspieler zur Verfügung steht, heizt den Konkurrenzkampf an.

„Vielleicht mit fünf Stürmern“
Im Moment beeinträchtigt das Luxusproblem die Stimmung im Team nicht negativ. Letsch nahm es mit Blick auf das Auswärtsspiel in St. Pölten mit einem Schuss Humor. „Wir müssen schauen, welche Spieler zur Verfügung stehen, dann basteln wir wieder. Vielleicht spielen wir mit drei, vier oder fünf Stürmern. Das wäre cool.“ Ungläubige Blicke vor Augen schob er jedoch umgehend nach: „Die Balance sollte aber schon stimmen. Das hat sie heute nicht getan.“

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