So, 19. August 2018

Tierhasser am Werk

02.08.2018 07:14

Hundeattentat mit Scherben in Oberösterreich

Oberösterreich ist ein Land der Tierfreunde - oder doch nicht? In letzter Zeit häuften sich Fälle, in denen Hunde absichtlich mit präparierten Ködern vergiftet wurden, schlimme Schmerzen litten oder gar starben. Nun haben Tierhasser sogar spitze Glasscherben in einer Hundewiese in Linz in den Boden gesteckt.

Es ist der Albtraum jedes Hundebesitzers: Das eigene Tier krümmt sich vor Schmerzen, wird apathisch oder erbricht. Der Tierarzt kann meist rasch erkennen, wenn es sich um Vergiftungserscheinungen handelt, aber nicht immer kann er den Liebling retten. So wie Anfang März dieses Jahres, als die Zwergpinscherhündin „Yona“ von einem Ameisengift-Köder getötet wurde. In Kremsmünster wurde im Frühling Rattengift in Fleisch verpackt und ausgelegt. Mitte Mai wurden in Pettenbach gar fünf Vierbeiner Opfer eines Nervengift-Anschlags, konnten aber gerettet werden.

Der jüngste Giftköder-Fall passierte Mitte Juli in Ottensheim, als Golden Retriever „Pacco“ an der Donau ein scheinbares Leckerli fraß, in dem Nervengift war. Grausamkeiten, die Johanna Stadler von der Pfotenhilfe Lochen betroffen machen – siehe Interview. Doch gemeine Tierhasser haben nun offenbar noch eine neue Art entdeckt, Hunde zu quälen: In der Hundewiese in der Linzer Neuen Heimat wurden spitz zulaufende Glasscherben so in den Boden gesteckt, dass sich die Bellos beim Darüberlaufen schwer verletzen können. Sie wurden von aufmerksamen Linzern entfernt.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

„Sehr schlimm, dass Unschuldige leiden“
Hinterhältige Anschläge von Tierhassern auf Hunde in den vergangenen Wochen empören Johanna Stadler von der Pfotenhilfe.

„Krone“: Immer wieder kommt es bei uns zu gefährlichen Attentaten auf Hunde.
Johanna Stadler: Ja, so traurig und gemein und hinterhältig dies auch ist, solche Attacken mit Gift und präparierten Ködern nehmen in Oberösterreich leider zu. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass wir heute viel mehr Hunde haben, trotzdem ist es schlimm.
„Krone“: Gibt es dafür aus Ihrer Sicht auch Gründe?
Stadler: Die Leute sprechen kaum noch miteinander. Jeder ist nur noch auf sich selbst konzentriert, das Miteinander geht verloren. Da steigen die Aggressionen, das sieht man auch an den Kommentaren in den Internetforen.
„Krone“: Und die Hundehalter?
Stadler: Natürlich gibt’s da auch welche, die Fehler machen, ihren Hund nicht anleinen oder das Häufchen nicht entsorgen. Aber es ist sehr grausam, wenn ein unschuldiges Geschöpf durch Gift so leiden muss.

Johannes Nöbauer, Kronen Zeitung

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