Fr, 17. August 2018

Wahnsinn in Ägypten

31.07.2018 16:32

Pyramids FC: Aus dem Nichts zum PSG Afrikas

Es gibt eine Mannschaft in Afrika, die eine ähnliche Geschichte durchmachen dürfte, wie der Krösus-Klub von Europa, Paris St. Germain. Während in Paris ein katarischer Investor den 222-Millonen Euro teuren Transfer von Neymar möglich machte, steht jetzt in Afrika ein Großinvestor aus Saudi-Arabien bereit, um einen No-Name-Klub zur ersten Adresse im afrikanischen Fußball zu machen: Den Pyramids FC. 

Die Geschichte, die sich anhört wie ein Teil aus den Märchen der 1001-er Nächte, fängt mit einem reichen Scheich an. Er heißt Turki Bin Abdulmohsen bin Abdul Latif Al Sheikh, oder kurz Turki al Sheikh. Der nahm sich in den Kopf, eine Mannschaft zu gründen, die stärker wird, als alle anderen afrikanischen Teams je zuvor. Und das in Ägypten. 

Der 2008 gegründete Al Asyuti spielte in der totalen Unbekanntheit, Bedeutungslosigkeit und Desinteresse irgendwo in der Unterliga, und niemand dachte, dass sich das je verändern würde. Die Mannschaft, die in der 400.000-Einwohner-Stadt Asyuti am Ufer der Nil zu finden ist, war nicht einmal in der eigenen Stadt bekannt. Bis sie 2014 den Aufstieg in die höchste ägyptische Spielklasse schaffte.

Riesiges Marketing-Potential?
So wurde auch Scheich Turki Al Sheikh auf sie aufmerksam, der ein riesiges Marketing-Potential in der von Kairo 400 Kilometer entfernten Stadt sieht. Deshalb kaufte er den Klub, entließ den Vorstand, holte einen Star-Trainer (Hossam al Badri, der eigentlich schon bei den Kaizer Chiefs in Südafrika unterschrieben hatte) und jetzt will er den französischen Star Samir Nasri (unten im Bild) verpflichten. Er ist nur einer der Starverpflichtungen, die der Scheich versprochen hatte.

Nach dem riesigen Geldregen kam das scheinbar unvermeidliche: Al Asyuti musste sich von seinem Namen und seinem Logo verabschieden und hieß fortan Pyramids FC. Mit dem klaren Ziel, sich auch international zu etablieren, aber zumindest in Afrika zur besten Mannschaft zu werden. Und wenn es um Ägypten geht, liegen die Pyramiden nicht weit: daher also der Name Pyramids FC. Dass die erste Pyramide 220 Kilometer weit entfernt ist, stört anscheinend niemanden.

Dann ging es los: Neues Klub-TV, Werbungen, Promotionsauftritte wurden eingeführt, Kommunikation wird beim Verein großgeschrieben. Und was wird kommuniziert? Dass mit Geld alles möglich ist. Nachdem der Verein umbenannt wurde, erfolgte ein Großeinkauf bei den „Pyramiden“, den Afrika noch nie gesehen hatte. Ungefähr 26,1 Millionen Euro wurden für fünf neue Spieler aus Brasilien ausgegeben. So wechselten Keno, Carlos Eduardo, Rodriguinho (oben im Bild), Ribamar und Arthur zu Pyramids FC. Und die „neuen Millionäre“ holten dazu die besten ägyptischen Spieler.

Traditionsklubs beißen in den sauren Apfel
Bisher waren in Ägypten die Traditionsklubs Al Ahly und Zamalek maßgebend, Pyramids FC spielt aber finanziell in einer eigenen Liga, kann dank Turki Al Sheikh etwa das sechszehnfache am Transfermarkt ausgeben. Dass sie kaum Zuschauer haben? Interessiert niemanden. Mit dem Erfolg werden auch sie kommen, denkt sich der Investor.

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