Do, 16. August 2018

FC Salzburg

01.05.2018 23:30

„Mit 30.000 Fans können wir das Wunder schaffen“

Blutjung und extrem talentiert: Amadou „Doudou“ Haidara (20) und Diadie Samassekou (22) sind Fixpunkte in der Startelf Salzburgs. Der „Krone“ gaben die beiden Malier erstmals ein Doppel-Interview, sprachen dabei über ihren sportlichen Werdegang, die Chancen im Halbfinal-Rückspiel der Europa League am Donnerstag gegen Olympique Marseille und ihre Zukunft.

Gegen Marseille gilt es ein 0:2 aufzuholen. Wie schätzt ihre eure Finalchancen ein?

Diadie Samassekou: Das 0:2 ist ein großes Handicap. Mit einem perfekten Spiel ist aber alles möglich.

Welche Bedeutung hat es, dass euch gegen Lazio bereits ein Comeback gelang?

Amadou Haidara: Das ist sehr wichtig! Dadurch haben wir großes Selbstvertrauen getankt. Wir dürfen diesmal kein Gegentor kassieren. Mit 30.000 Fans im Rücken können wir das Wunder schaffen!

Auf welche Faktoren wird es dabei ankommen?

Samassekou: Wir müssen unsere Emotionen im Griff haben, „OM“ unter Druck setzen. Um dann in solchen Phasen zu treffen - damit würden wir ihnen wehtun, ihr Vertrauen erschüttern.

Was unterscheidet Coach Marco Rose von anderen?

Haidara: Er ist ein Siegertyp, kommuniziert viel mit uns. Daher arbeitet die Mannschaft immer in dieselbe Richtung.

Samassekou: Es sind nicht nur seine Worte, sondern auch sein Benehmen und Auftreten. Marco vermittelt der Mannschaft, was er will. Wir stehen alle hinter ihm - ein Schlüssel zum Erfolg!

Hättet ihr je damit gerechnet, so erfolgreich zu sein?

Samassekou: Es war nicht planbar, macht uns aber sehr glücklich. Der Verein genießt einen tollen Ruf, wir haben uns super entwickelt.

Wie schwierig war euer Weg in den Profifußball?

Haidara: Als ich in die Akademie Bamako gewechselt bin, waren meine Eltern nicht begeistert. Das hat viel Geld gekostet. Es war ein harter Weg, um einer der Besten zu werden. Heute ist meine Familie glücklich, dass ich es geschafft habe.

Samassekou: Auch meine Eltern wollten nicht, dass ich diesen Weg einschlage. Ich habe sie aber überzeugt, weil ich auch in der Schule immer sehr gut war.

Was schätzt ihr am jeweils anderen?

Samassekou: Doudou ist wie ein kleiner Bruder für mich. Er ist immer da für mich, wenn ich ihn brauche. Wir lachen gerne zusammen, haben viel Spaß.

Haidara: Für mich ist Diadie unglaublich wichtig. Ich bin ja erst ein Jahr nach ihm nach Österreich gekommen, das war extrem schwierig für mich. Er war aber immer für mich da, hat mir alles gezeigt. Es ist schön, dass ich ihn an meiner Seite habe.

Viele Jungstars verlieren schnell die Bodenhaftung - von euch hört man nur Positives. Wie schafft ihr es, geerdet zu bleiben?

Samassekou: Ich bin erst seit drei Jahren Profi, weiß genau, woher ich komme. Ich habe eine gute Erziehung genossen, bin mir bewusst, dass es nichts bringt, das Geld links und rechts rauszuwerfen.

Haidara: Hinzu kommt, dass es auch in der Akademie hier in Salzburg viele Leute gibt, die uns klarmachen, dass man bescheiden bleiben muss. Wir wissen, woher wir kommen, wollen nicht alles ausgeben. Uns ist zudem bewusst, dass wir auch in Zukunft hart an uns arbeiten müssen.

Was gefällt euch an Österreich besonders gut?

Samassekou: Ich habe eine Freundin hier, mit der ich oft in der Altstadt bin. Es ist wunderschön hier. Zudem finde ich es toll, dass hier im Verein verschiedene Nationalitäten, Kulturen aufeinandertreffen.

Haidara: Ich kann mich nur anschließen, die Stadt ist wunderschön. Ich treffe mich gerne mit meinen Kollegen, unternehme was mit ihnen. Die Leute hier sind alle sehr angenehm, da spüre ich keine Aggressivität. Man fühlt sich hier geliebt von den Menschen.

Was vermisst ihr hier?

Beide: Drei Sachen: Das Essen aus Mali, unsere Freunde, dazu unsere Familie.

Im Gegensatz zu Doudou, der schon zahlreiche Profitore erzielt hat, wartet Diadie noch darauf. Musst du dir deswegen den einen oder anderen Spruch gefallen lassen?

Samassekou: Natürlich gibt es viele Kollegen, die mich aufziehen und fragen, wann ich endlich treffe. Aber das ist nur Spaß. Ich hab’s ja schon öfter probiert, leider hat’s noch nicht geklappt. Mir bereitet es aber auch große Freude, meinen Mitspielern Tore aufzulegen.

Braucht er Extratraining mit dir, Doudou?

Haidara: Nein, nein (lacht). Diadie hat ja einen kleinen Nachteil, weil ich offensiver als er spiele. Er muss sich als Sechser mehr um die Defensive kümmern, hat daher weniger Möglichkeiten, den Abschluss zu suchen.

Wer sind eure Vorbilder?

Samassekou: Cristiano Ronaldo und Andres Iniesta.

Haidara: Bei mir ist es Steven Gerrard. Messi oder Ronaldo sind vielleicht besser, aber Gerrard ist mein absoluter Liebling.

Euer Lieblingsklub?

Beide: Manchester United!

Samassekou: Die Zeit unter Ferguson hat mich beeindruckt. Dort gab es Spieler wie Ronaldo oder Scholes. Seither ist es meine Herzensmannschaft.

Es gibt viele Gerüchte um eure Zukunft - wisst ihr schon, wie diese aussieht?

Samassekou: Ich fühle mich in Salzburg sehr wohl. Wenn aber Barça oder Real kommt, kann es sehr schnell gehen (lacht).

Haidara: Auch mir gefällt es hier gut, dazu habe ich noch länger Vertrag. Den werde ich auch respektieren.

Barça-Star Coutinho tat das nicht. Eure Meinung?

Haidara: Das würde es mit uns nie geben. Wir  haben großen Respekt gegenüber Red Bull Salzburg.

Samassekou: Ich würde nie im Streit gehen, bin dankbar, was Salzburg für mich getan hat. Ich will jeden Tag was zurückzugeben.

Christoph Nister
Christoph Nister

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