Politik und Internet

Regierer bei “Facebook” & Co. auf Wählerfang

Steiermark
26.09.2009 15:58
Wie bringt man die Jungen an die Wahlurnen? Wie lassen sich sperrige politische Inhalte jugendgerecht aufbereiten? Einige steirische Politiker nutzen die Möglichkeiten des Internet - und gehen per "StudiVz" und "Facebook" auf Wählerfang.

FPÖ-Chef HC Strache hat's vorgemacht: topmoderne Homepage, eigener Rap, perfekter Auftritt bei "Facebook", einer der vielen Web-Kontaktbörsen. Das kommt an - wer mit der Zeit geht, das Image des verstaubten Krawattenträgers ablegt, punktet bei der Jugend.

Wegscheider seit Donnerstag auf "Facebook"
Das hämmern ein Jahr vor der Landtagswahl die Werbestrategen auch den steirischen Politikern ein - zum Teil mit Erfolg. Jüngstes Beispiel: Seit Donnerstag ist SPÖ-Landesrat Manfred Wegscheider online unterwegs. Als erster weiß-grüner Regierer hat er sich bei "Facebook" registrieren lassen und versucht seither mit dem Wahlvolk in Kontakt zu treten. Einige Internetnutzer hätten ihn, so wird verraten, bereits via Mausklick "angestupst"...

Auch Grüne ködern Computer-Generation
Auf moderne Kommunikation setzt auch der Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl: Hunderte "Freunde" auf "StudiVz", einer Studenten-Seite, und "meinVz" können sich sehen lassen! Die Grünen ködern ebenfalls die Computer-Generation: Nicht nur die Partei, auch Klubchefin Ingrid Lechner-Sonnek präsentiert sich auf "Facebook" der jungen Klientel.

Grosz ohne Berührungsängste
Keine Berührungsängste mit dem Web hat auch Gerald Grosz: Seine Pressekonferenzen werden auf der Videoseite "YouTube" übertragen, und auf "Xing" sucht der BZÖ-Chef neue Fans.

Na Bravo
Die Politik und das Internet, das ist wirklich ein eigenes Kapitel. Ein besonders kurioses - oder vielmehr peinliches - wird aktuell via hochoffizieller Landeshomepage landeshauptmann-steiermark.at aufgeschlagen. Dort findet der Online-Surfer nicht nur "News aus dem Büro von Landeshauptmann Franz Voves", sondern auch einen Bericht über die "Landeshauptleute von 1945 bis heute".

Wer sich erhofft hatte, dort sprachlich korrekte, solide recherchierte Lebensläufe zu finden, wird allerdings bitter enttäuscht. Denn was da (bezugnehmend auf das Buch "Die Landeshauptleute der Steiermark" von Ableitner, Hösele) hingeschmiert wurde, erinnert eher an die "Google"-Hilfsübersetzung eines englischen Textes ins Deutsche denn an einen historischen Abriss: Rechtschreib- und Grammatikfehler, falsche Daten usw. - Beispiele gefällig? 

Reinhard Machold werde "...die Steiremärkische LR stets ein ehrendes Andenken bewahren"; "Anton Pirchegger war sofort in Gespräch für das Amt des LH. Als er vorgeschlagen wurde, nahm der Landesrat unter grossem Beifall das Amt des LH an. Pirchegger, jedoch, litt an Angina pectoris und seine Arbeit in der Burg war sehr durch dieses schweres Leiden beeinflusst"; Nett auch der Hinweis, Pirchegger hätte "1848 das Ernährungsreferat an Josef Krainer" übertragen. Also 100 Jahre bevor Krainer Landeschef wurde. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen - schau einfach einmal auf die Homepage!

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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