Tragödie im Urlaub

Ärzte kämpfen um elfjährigen Buben

Steiermark
29.08.2009 18:24
Die Ärzte im LKH Klagenfurt kämpfen noch immer um das Leben jenes elfjährigen Buben aus Graz, der am Freitag am Millstätter See in Kärnten Opfer eines Dramas am Sprungturm geworden ist. Ein 13-Jähriger war aus 14 Metern Höhe direkt auf den Buben gesprungen - der Elfjährige ging sofort unter und konnte erst nach 29 Minuten aus sieben Metern Tiefe geborgen werden. Viele Fragen sind nun offen. Denn die Plattform, von wo der nun schwer geschockte 13-Jährige gesprungen war, war und ist eigentlich gesperrt...

Die Sperre der Riesenrutsche am Millstätter Sprungturm gilt auch für die Plattform in 14 Metern Höhe. Bürgermeister Josef Pleikner: "Da oben war nur der Einstiegsbereich in die Rutsche. Und es gibt Tafeln, die auf dieses Sprungverbot hinweisen!" 

"Jugendlicher Leichtsinn"
Tatsache ist aber, dass der Kärntner Jugendliche das ignoriert hatte. Gruppeninspektor Karl Wochen von der Polizeiinspektion Millstatt: "Leider. Da war jugendlicher Leichtsinn mit dabei." Einige Einheimische berichten freilich, dass der Sprung von ganz oben schon seit Jahrzehnten als Mutprobe für die Millstätter Jugend gilt.

Warnrufe kamen zu spät
Befragungen haben ergeben, dass der in die Tiefe springende Bub erst in der Luft jenen Elfjährigen entdeckte, der zuvor von einer Plattform unter ihm weggesprungen war. Seine Warnrufe kamen aber zu spät. Erst in einigen Tagen werden die Mediziner die Chancen des im künstlichen Koma liegenden Opfers beurteilen und die Frage beantworten können, ob bleibende Schäden zu befürchten sind. Der Elfjährige, der an dem Kärntner See seinen Urlaub verbrachte, war ja knapp 30 Minuten unter Wasser.

Badegäste versuchten Elfjährigen zu finden
An diesem Nachmittag war vieles verhängnisvoll! Josef Pleikner: "Eine Stunde zuvor hatten Wasserretter, Bundesheer und Taucher dort eine Übung. Als das Unglück geschah, waren alle schon zum Brennsee abgerückt." Badegäste, die das Unglück beobachtet hatten, versuchten zunächst mittels Taucherbrillen den Elfjährigen zu finden - im trüben Wasser des Sees hatten sie jedoch keine Chance.

Erst ein Rettungstaucher aus Döbriach, der 29 Minuten nach dem Unglück im Bad eintraf, konnte den Elfjährigen aus einer Tiefe von sieben Metern bergen. Dann wurde der Elfjährige von einem Notarzt reanimiert.

Ärger über fehlenden Bademeister
Auf Unverständnis stößt die Tatsache, dass es keinen Bademeister gibt. Albert Kreiner von der Landesregierung: "Es gibt dazu in Kärnten keinen gesetzlichen Zwang. Ja, nicht einmal das Berufsbild gibt es!" Und das in einem Land der Seen...

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone" und steirerkrone.at
Symbolbild

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