Bombastische Eröffnungsmusik à la "We are the Champions": gestrichen! Lustige Fahnenschwenker: gestrichen! Gourmandise Häppchen fürs Parteivolk: gestrichen! Selbst die Dienstwagen der Regierer blieben in der Garage, man war per pedes unterwegs zum Messegelände.
Marschmusik und "Tagespost"
Vielmehr war das Menü der gerne, oft und viel zitierten "kleinen Leut" angesagt: Marschmusik, Gulaschsuppe, Würstel, Bier. Dazu ein Devotionalienladen - von der Krawatte über Halstücher bis hin zum "Flachmann" für den Waidmann - alles in den steirischen Landesfarben weiß-grün. Und: Auch die neu gegründete Parteizeitung "Tagespost" (ebenfalls in weiß-grün gehalten) feierte Premiere.
1.200 Gäste in der Grazer Messehalle
In die Grazer Messehalle wurde übrigens eine stimmige Tribünen-Arena hineingebaut. 800 waren eingeladen, 1.200 Gäste sind dann schlussendlich gekommen. Da konnten die Landesschwarzen so richtig schön im kollektiven Zusammengehörigkeitsgefühl baden. Denn wie heißt's so schön: "Enge macht auch Nähe..."
Schützenhöfer nicht "gefressen"
Unzulässig übrigens die Assoziation, dass in selbiger Arena der Parteivorsitzende, Hermann Schützenhöfer, den Löwen (= den Delegierten) zum Fraß vorgeworfen würde. Denn die Zustimmung für die Nummer eins war - erwartungsgemäß - enorm: 98,8 Prozent - ein Ergebnis, mit dem Schützenhöfer, wie ihm anzusehen war, gut leben kann.
Herzliches Verhältnis zum Grazer Bürgermeister
Demonstrativ wurde das gute, ja das herzliche Verhältnis zwischen dem Vize-Landeshauptmann und Graz-Bürgermeister Siegi Nagl zur Schau gestellt. Das war nicht immer so, gewisse Kreise in der ÖVP hatten ja für die Landtagswahl Nagl auf den Schild heben wollen, das ist seit Samstag endgültig Geschichte...
Voves als "Pannen-Landeshauptmann"
Den politischen Kettenhund musste Partei-Geschäftsführer Bernhard Rinner geben. Er rieb sich als "Anheizer" an Landeshauptmann Franz Voves: "Sprachlich niveaulos, inhaltlich planlos!" Man werde den "Pannen-Landeshauptmann" 2010 zur Pension auf dessen "Trauminsel Bora Bora" schicken.
Gegen Zweifler und Nörgler
Schützenhöfer selbst konnte es dann staatsmännisch angehen lassen: Der Politik der Beliebigkeit wolle er eine der Verlässlichkeit entgegensetzen, der Inszenierung die Entschlossenheit! Nicht Zweifler und Nörgler dürften das Land in die Zukunft führen, lebens- und liebenswert müsse die Steiermark bleiben! Na dann: Der Parteitag war angetan, zwei Minuten lang stehender Applaus. Und, siehe oben, 98,8 Prozent Zustimmung...
von Gerhard Felbinger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
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