Neue Zielgruppe

Wenn schon Junge für dumm verkauft werden…

Steiermark
24.07.2008 14:04
Das haben sich die Parteistrategen und Spin-Doktoren ja wieder einmal fein ausgedacht: Weil die Stammwähler die Nase voll haben von den ewig gleichen leeren Versprechungen und den Wahlurnen konsequenterweise in Scharen fernbleiben werden, müssen jetzt eben die Jungen herhalten.

"Wahlreform oder keine große Koalition" - siehe Infobox! 

Die "Kids" sind, so glaubt man wohl, politisch noch zu unerfahren, um die faulen Spielchen zu durchschauen, empfänglicher für öde Phrasendreschereien. 28.500 steirische Jugendliche ab 16 Jahren dürfen heuer im Herbst erstmals ihre Stimme abgeben - ein neuer Hoffnungsmarkt für die Parteien, der sich da auftut. 

ÖVP: "Be a star"
Umso intensiver buhlt man jetzt um die "Teenies" - deren Anliegen sonst übrigens nur sehr selten gehört werden - und beginnt sie mit süßen Wahlzuckerln zu ködern. "Be a star" posaunt etwa die Volkspartei im Jugendjargon in Richtung von Schülern und Studenten. Wer sein Kreuzerl also bei der ÖVP macht, ist schon ein Held. Dazu gibt's noch gefördertes Wohnen und kostenlose Öffis für alle unter 30 Jahren. Wer das bezahlen soll, wird freilich nicht verraten. 

SPÖ mischt sich unters Partyvolk
Bei der SPÖ kommt man gerade drauf, dass man den direkten Kontakt mit den Jugendlichen suchen sollte. Und so marschieren die Funktionäre in Discos und mischen sich unters Partyvolk, um die Slogans (mehr soziale Gerechtigkeit, weg mit den Studiengebühren, etc.) an den Mann oder die Frau zu bringen. Das ist "cool" und kommt dort sicher "ursuper" an! 

Grüne gegen Konsumzwang
Und was haben sich die Grünen einfallen lassen? Die wollen mehr "Freiräume für Jugendliche, Orte an denen sie sich ganz ohne Konsumzwang aufhalten können" (wie bitte?). 

Das BZÖ wachelt mit dem Jugendstartgeld, die FPÖ will "Talente fördern" und "spricht ohnehin die richtigen Themen an"... 

Die Damen und Herren Politiker sollten es langsam kapieren: Jemand, der für dumm verkauft werden soll, merkt das ganz schnell. Und wird alles andere tun, nur nicht seine Stimme abgeben! 

Kommentar "Steirerblut" von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
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