Mo, 16. Juli 2018

Regress fällt weg

01.12.2017 15:58

Steigende Pflegekosten: Ortschefs schlagen Alarm

Immer mehr steirische Bürgermeister schlagen wegen der stark steigenden Pflegekosten Alarm. Die große Befürchtung: Da mit Jahresbeginn 2018 der Regress fällt, dürften mehr Menschen als bisher in Heimen gepflegt werden. "Wir berauben uns sämtlicher Zukunftschancen", meint etwa der Feldbacher Stadtchef Josef Ober.

Laut Ober wird prognostiziert, dass der Beitrag Feldbachs für den Sozialhilfeverband Südoststeiermark binnen weniger Jahre von 4,7 auf 7,2 Millionen Euro steigen wird. "Es ist ein Punkt erreicht, an dem es so nicht mehr weitergehen kann." Da ab 2018 nicht mehr auf das Vermögen von Pflegeheimbewohnern zurückgegriffen werden kann, sei eine Tür mit unabsehbaren Folgen geöffnet worden.

Ober fordert die künftige VP-FP-Bundesregierung auf, die Pflege auf neue Beine zu stellen und eine eigene Finanzierung, etwa über Steuern oder eine Versicherung, einzuführen. "Einfach nur die Mittel aufzustocken, wäre der falsche Weg und hilft nur kurzfristig."

"In dieser Form auf Dauer nicht zu finanzieren"
Der Feldbacher ist mit seinem Unmut nicht allein. Wie berichtet, haben die Gemeindevertreter im Murtal und in Leibnitz das Sozialhilfeverbands-Budget 2018 abgelehnt. Im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld wurde es zwar beschlossen, hier bleiben die Kosten der Gemeinden sogar stabil - "aber nur, weil wir den Überschuss von heuer ins nächste Jahr mitnehmen", erklärt Verbandsobmann Gerald Maier (Ebersdorf). Eine einmalige Maßnahme, die dann 2019 nicht zu wiederholen ist.

Auch Maier sieht vor allem den Bund gefordert: "In dieser Form ist das System nicht auf Dauer zu finanzieren." Es brauche auch mehr Unterstützung für jene, die ihre Angehörigen zuhause pflegen. "Sonst haben wir bald eine Revolution, die sich gewaschen hat…"

Jakob Traby, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.