Di, 18. Dezember 2018

Sperrung

20.11.2017 20:54

Aus für „Eltern-Taxis“: Maßnahme wirkte

Es ist gerade das Gesprächsthema Nummer Eins unter Salzburgs Eltern: Mit Wochenbeginn trat das neue Fahrverbot vor sechs Schulen in Kraft. Während vielerorts die Polizei die Einhaltung kontrollierte, übernahm diese Aufgabe in Maxglan die Schuldirektorin persönlich. Bilanz nach dem 1. Tag: ein großer Erfolg.

Als um acht Uhr der Gong zum Unterrichtsbeginn ertönte, hatte sich die Aufregung vor den Volksschulen Maxglan 1 und 2 längst wieder gelegt. Es war der erste Morgen, an dem das temporäre Fahrverbot vor sechs Schulen im Stadtgebiet aktiviert war. Die große Verwirrung ist ausgeblieben - nicht zuletzt weil viele Eltern über die neue Maßnahme gut informiert waren. "Die Schule hat uns schriftlich verständigt, außerdem habe ich darüber in der Zeitung gelesen", berichtete Dime Izeri, die ihren Sohn an diesem Morgen zu Fuß zur Schule gebracht hat.

Sie findet das neue Fahrverbot gut, wie eigentlich alle Eltern, mit denen die "Krone" sich vor Schulbeginn unterhalten hat. In einer Art vorauseilendem Gehorsam haben viele Mütter und Väter ihre Autos an diesem Morgen ohnehin viel weiter weg geparkt, als es eigentlich notwendig gewesen wäre. Es gäbe auch viel näher noch freie Parkplätze, weiß Peter Fürhapter zu berichten, der wie fast jeden Morgen seinen Wagen in der gegenüberliegenden Querstraße abgestellt hat. Dort ist es auch weiterhin erlaubt, nur eben nicht direkt vor dem Schulgebäude.

Sperrung dauerte nur rund eine halbe Stunde
Vielerorts hat die Polizei am Montag die Einhaltung des Verbotes kontrolliert, vor den beiden Volksschulen in Maxglan 1 und 2 allerdings nicht. Das wäre aber auch gar nicht notwendig gewesen, denn bereits eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn erledigten Schuldirektorin Elisabeth Seelmann-Kriegl und Schulwart Alexander Enzensberger diese Aufgabe gewissenhaft. Schon am frühen Morgen hatten sie eine kleine Zufahrtsstraße bei der VS 1 mit einem Absperrgitter blockiert, die große Siezenheimer Straße musste aber für den Verkehr frei bleiben.

Kurz vor Schulbeginn passierte es dann doch noch: Ein Vater stellte seinen SUV ausgerechnet vor den Schultoren ab, die Direktorin fackelte nicht lange: "Hier dürfen Sie nur halten, aber nicht parken", deutete sie auf das Verbotsschild. Der Mann zeigte sich einsichtig.

Hier und da gab es allerdings noch kleinere Unsicherheiten. Der Samariterbund, der behinderte Kinder befördert, wusste nicht, wie er jetzt zufahren soll. Das Problem wird an die Stadt weitergeleitet, die eine Lösung finden muss. "Da müssten eigentlich eigene Stellplätze her", kommentierte ein Vater. Er findet es keine gute Idee, die Kinder bereits an der Siezenheimer Straße aussteigen zu lassen, "weil da die Leute durchbrausen, die schnell zur Arbeit müssen."

Jeder 5. Schüler wird mit dem Auto chauffiert
Laut einer VCÖ-Studie wird in Österreich jedes 5. Kind mit dem Auto zur Schule chauffiert. Wie der "Krone"-Lokalaugenschein zeigt, bestreitet ein Großteil der Buben und Mädchen seinen Schulweg mit dem Bus, viele kommen auch einfach zu Fuß, zumeist in Begleitung eines Elternteils.

Die Stadt zieht ebenfalls eine positive Bilanz. Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) hatte sich parallel zur "Krone" die Situation bei der Volksschule Morzg und der Andräschule im Bildungscampus Mirabell angesehen: "Alles gut gegangen, kein Chaos mehr", berichtete sie anschließend. Nun sollen weitere Schulen in der Stadt dem Beispiel folgen.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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