Do, 21. Juni 2018

Drama am Brenner

15.11.2017 09:28

Allein unter Güterzug: Flüchtlingsbub (5) gerettet

Unfassbares Drama um einen erst fünfjährigen Flüchtlingsbuben am Brenner! Das Kind wurde am Montag kurz vor der Tiroler Grenze unter einem Güterzug entdeckt - zusammengekauert und stark unterkühlt! Von den Eltern fehlt jede Spur. In Tirol wurden heuer bislang fast 300 Illegale auf Güterwaggons aufgegriffen - der lebensgefährliche Fluchttrend reißt trotz des Wintereinbruchs nicht ab.

Welches Schicksal steckt hinter dem kleinen Anthony aus Sierra Leone? Was musste der erst Fünfjährige schon alles auf sich nehmen? Fragen, die derzeit nicht nur die italienische Polizei beschäftigen. Montag wurde der afrikanische Flüchtlingsbub am Bahnhof Brenner bei einer Routinekontrolle unter einem Güterzug, der offenbar in Richtung Tirol bzw. Deutschland unterwegs war, entdeckt. Das Kind war stark unterkühlt und nicht ansprechbar, berichten italienische Medien.

Der Bursche wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert. Als er dort wieder zu sich kam, verriet er den Ärzten seinen Namen und seine Herkunft. Anthony hatte angeblich nur einen rot-blauen Rucksack dabei. Dokumente wurden keine gefunden.

Von den Eltern fehlt jede Spur

Von den Eltern fehlt bislang jede Spur - die Suche läuft auf Hochtouren. Nicht ausgeschlossen werde, dass sie ihr Kind verlassen haben, um den Kontrollen zu entgehen. Möglich sei aber auch, dass sie während der Reise tödlich verunglückt sind.

Fast 300 Aufgriffe auf Güterzügen in Tirol

Auch der jüngste Wintereinbruch setzte dem lebensgefährlichen Fluchttrend kein Ende. Erst in der Nacht auf Dienstag wurden auf Tiroler Gebiet wieder zwei Illegale auf Güterzügen erwischt. Alles in allem verzeichnete die Fremdenpolizei heuer schon fast 300 derartige Aufgriffe. Mittlerweile haben sich Österreich, Italien, und Deutschland auf trilaterale Güterzugkontrollen auf italienischer Seite des Brenners verständigt.

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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