Stubai- und Wipptal

Verheerende Unwetter fordern Florianijünger

Tirol
11.08.2017 15:10

Starkregen, Murenabgänge, Schlammlawinen - Tirols Florianijünger stehen nach wie vor im Dauereinsatz. In der Nacht auf Freitag waren vor allem die Feuerwehren im Stubai- und Wipptal gefordert. Über 40 Einsätze wurden im ganzen Bezirk Innsbruck-Land gemeldet. Einmal mehr waren Straßensperren die Folge.

Im Vergleich mit Kärnten oder Niederösterreich ist Tirol auch dieses Mal von den schweren Unwettern glimpflich davongekommen. Dennoch gab es reichlich zu tun.

Ruetz uferte aus

Die Brennerbundesstraße bei Mühlbachl wurde stark vermurt. (Bild: zeitungsfoto.at)
Die Brennerbundesstraße bei Mühlbachl wurde stark vermurt.
Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl verschaffte sich selbst einen Überblick von der Situation. (Bild: LFV/Hassl)
Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl verschaffte sich selbst einen Überblick von der Situation.

Wohl die größten Schäden sind im Stubaital zu verzeichnen. "Von Neustift bis Schönberg gingen mehrere Muren ab und der Ruetz uferte an einigen Stellen sogar aus, vor allem Felder waren davon betroffen. Kurz gesagt: Das ganze Tal wurde regelrecht überschwemmt", präzisiert Abschnittskommandant Robert Siegel. Da die eigenen Sandsäcke nicht mehr ausreichten, wurden von der Feuerwehr Hall kurzerhand rund 500 weitere Sandsäcke zur Verfügung gestellt. Um kurz vor Mitternacht waren schließlich alle Einsätze abgearbeitet. Die Schlammlawinen machten gleich zwei Straßen dicht - und zwar die Stubaitalerstraße und die Straße im Oberbergtal. Sie sind noch immer nicht befahrbar.

Viele Muren im Wipptal

Im Wipptal gab es laut Angaben des Abschnittskommandanten Thomas Triendl drei Schauplätze: "In Mühlbachl gingen auf die Brennerbundesstraße Muren nieder, dasselbe passierte in Ellbögen. In Pfons war ein Haus von einem Hangrutsch betroffen." Vor allem die Muren in Mühlbachl haben die Florianijünger auf Trab gehalten. "Am späteren Nachmittag haben wir beschlossen, wegen der drohenden Gefahr diesen Abschnitt zu sperren. Das war die richtige Entscheidung, denn nur 15 Minuten später ging die erste Mure ab", schildert Reinhold Rastner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mühlbachl. Es folgten viele weitere kleine Erdrutsche. "Zum Glück stand uns dann auch noch die Freiwillige Feuerwehr Matrei tatkräftig zur Seite", teilt Rastner mit.

"Auf alles vorbereitet"

Die Brennerbundesstraße ist zwischen Mühlbachl und Schönberg auch heute noch den ganzen Tag gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die mautpflichtige Brennerautobahn. Wieder freigegeben, doch (noch) erschwert passierbar ist hingegen die Ellbögener Landesstraße. Angespannt bleiben die Florianijünger im Stubaital und Wipptal auch weiterhin. "Wir wissen nicht, wie es mit den Niederschlägen weitergeht. Wir haben Sandsäcke gefüllt und sind somit jedenfalls auf alles vorbereitet", versichern Siegel und Rastner.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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