18.10.2016 10:22 |

Ramsberg & Kramsach

Zwei Nostalgielifte stehen vor dem Aus

Zwei Tiroler Nostalgiebahnen scheinen nicht mehr zu retten: Seit Monaten kämpft man im Zillertal um den Erhalt des Ramsbergliftes - doch offenbar ohne Erfolg. Die Konzession läuft am 2. Jänner 2017 aus, dann soll er abgerissen werden. Ähnlich ist die Lage in Kramsach: Für den Sonnwendjochlift gibt es keine Hoffnung mehr.

Die Zillertaler hängen am Ramsberglift, der 1966 gebaut wurde. Und deshalb wehren sie sich auch vehement gegen das drohende Aus. Einige Touristiker haben sogar ein Alternativkonzept ausgearbeitet, um das Gebiet Gerlosstein/Ramsau zukünftig attraktiver machen zu können. Dennoch scheinen die Tage des idyllischen Liftes gezählt, denn: "Wir müssten einen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen. Erst dann würde der Betreiber der Zeller Bergbahnen überlegen, ob er überhaupt ins Projekt investiert. Das kann es doch nicht sein", erklärt BM Friedrich Steiner. Aufgeben will die Gemeinde Ramsau nicht. Im Internet kann man eine Petition für den Lift (ramsberglift.at) unterschreiben. Rund 9000 haben das schon getan.

Auch Kramsacher Lift fährt nie wieder

Seit Montag Abend Abend ist auch das Aus für den Sonnwendjochlift in Kramsach fix. Man wäre zwar bereit gewesen, bis zu eine Million Euro zu investieren, doch bei den genaueren Planungen stellte sich heraus, dass "ein Sanierungsversuch zum Fass ohne Boden werden könnte", sagten die Chefs der Alpbacher Bergbahnen Peter Hausberger und Reinhard Wieser gestern Abend.  "Wir haben alles versucht", ergänzte BM Bernhard Zisterer, aber die finanzielle Herausforderung sei zu groß. Die Bergbahnen werden den Abbau veranlassen.

Seit kurzem liegt eine Stellungnahme der Seilbahnbehörde vor.  Die Anforderungen für die Neu- und Umbauten und die Folgekosten seien nicht abschätzbar, da bei derart alten Anlagen mit weiteren Unwägbarkeiten zu rechnen sei. Von einer auch nur annähernden Kostendeckung des Betriebs könne dabei nicht ausgegangen werden.

Verständnis bei Kramsachs Bürgermeister

BM Zisterer präzisiert: "Wenn der vereinbarte Rahmen aufgrund der aktuell geltenden Sicherheitsvorschriften derart gesprengt wird, definitiv jenseits der beschlossenen Million liegt und Folgekosten nicht abschätzbar sind, bleibt auch der Gemeinde Kramsach nur noch übrig diesen Schritt zu akzeptieren.  Als Bürgermeister bin ich zu verantwortungsvollem Umgang mit öffentlichen Geldern verpflichtet. Eine derartig große finanzielle Herausforderung kann daher nicht eingegangen werden."

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