17.10.2016 19:19 |

Ärzte ohne Grenzen:

Grazer Hebamme hilft nach dem Hurrikan in Haiti

Am Dienstag landet Nina Egger auf der vom Hurrikan arg gebeutelten Insel Haiti, um neues Leben auf die Welt zu bringen. Die Hebamme, 1986 in Graz geboren, gehört nicht zu denen, die sich in ein beschauliches Leben zurückziehen.

Vor einem Jahr brach Nina Egger erstmals auf. Nach sieben Berufsjahren als Hebamme hatte sich die lebenslustige Grazerin bei Ärzte ohne Grenzen gemeldet, um ihr Können auch in der weiten Welt zu erproben. Einen Einsatz im Jemen lehnte sie ab: "Dort wurden gerade Krankenhäuser bombardiert, meine Familie hätte das nicht ausgehalten."

"In der Nähe unseres Dorfs wurde geschossen"
Aber auch das Ersatzziel hatte es in sich: Aus der sicheren Steiermark ging es in die Zentralafrikanische Republik. "Als behütete Grazerin in ein Bürgerkriegsland zu fliegen, ist schon eine heftige Erfahrung", so Egger. "Einmal wurde nahe am Dorf geschossen, da hatte ich wirklich Angst."

Wie hält man das aus?
Und auch der Berufsalltag - heuer verbrachte Egger die Monate Mai bis August im Kongo - ist härter als daheim: "Es ist schlimm, Kinder sterben zu sehen. Vor allem, wenn du weißt, dass so etwas zuhause so gut wie nie vorkommt." Wie sie das aushält? "Ich versuche, mich auf das Positive zu konzentrieren. Auf Situationen, wo ich wirklich helfen, jemanden retten konnte."

Auf Haiti wird sie nicht in den direkt vom Hurrikan betroffenen Gebieten, sondern in der Geburtenklinik von Port-au-Prince arbeiten. Dort wurde nach dem Sturm eine Cholera-Station eingerichtet. "Ich bin so ziemlich gegen alles geimpft, was es gibt", gibt sich Egger, die im Februar wieder ihren Dienst am LKH Graz antritt, sorglos.

Ob sie dann hier bleibt, wer weiß? "Von der Arbeit bei Ärzte ohne Grenzen kann man richtig infiziert werden, da gibt’s keine Prophylaxe."

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