„Krone“-Kino-Kritik

„Tatami“: Judo-WM als fesselnder Polit-Nahkampf

Unterhaltung
30.08.2024 15:00

Die iranische Judoka Leila (Arienne Mandi) glänzt bei der WM in Tiflis und ist Favoritin für den Titel. Doch als ihre stärkste Konkurrentin aus Israel kommt, gerät Leila unter politischen Druck. Auf Anweisung aus Teheran soll sie sich verletzungsbedingt aus dem Finale zurückziehen. Lesen Sie hier unsere Kino-Kritik zum Sport-Polit-Thriller „Tatami“.

Profi-Judoka Leila (Arienne Mandi) aus Teheran ist zu der Judo-WM im georgischen Tiflis angereist, und sie trägt das Potenzial zum Sieg in sich. Trotz exzellenter Kampftechnik zeichnet sich nach den ersten Zweikämpfen ab, dass auch ihre Konkurrentin aus Israel perfekt vorbereitet ist. Für den Iran ist der Nahoststaat der Feind. Um erst gar keine mögliche Niederlage herauszufordern, soll Leila sich unter dem Vorwand einer Verletzung aus dem finalen Wettkampf zurückziehen.

Leila (Arienne Mandi, re.) weigert sich, absichtlich zu verlieren.
Leila (Arienne Mandi, re.) weigert sich, absichtlich zu verlieren.(Bild: Judo Production LLC / Juda Khatia Psutur)
„Tatami“: Spannender Polit-Thriller ab sofort im Kino zu sehen.
„Tatami“: Spannender Polit-Thriller ab sofort im Kino zu sehen.(Bild: Judo Production LLC / Juda Khatia Psutur)
Leila soll sich unter dem Vorwand einer Verletzung aus dem finalen Wettkampf zurückziehen.
Leila soll sich unter dem Vorwand einer Verletzung aus dem finalen Wettkampf zurückziehen.(Bild: Judo Production LLC / Juda Khatia Psutur)

Leilas Weigerung hat Folgen: Ein Live-Video wird ihr zugespielt, auf dem ihre vom Geheimdienst internierten Eltern zu sehen sind. Sie flehen um Einsicht. Auch andere Personen aus Leilas Umfeld werden bespitzelt und bedroht.

Wie sehr internationaler Sport immer auch Politik ist, beweist dieser rasant inszenierte Nahkampf-Thriller, der das Ausgeliefertsein einer politisch verfolgten Sportlerin in beklemmender Schwarz-Weiß-Bildästhetik umsetzt. Kameramann Todd Martin realisiert Sequenzen spürbarer Unentrinnbarkeit. Dass dies jedoch der erste Film ist, bei dem ein Israeli (Guy Nattiv, „Golda“) – und eine Iranerin (Zar A. Ebrahimi) gemeinsam Regie führten, macht Hoffnung.

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