Freitagabend wurde im Grazer Landhaushof die heurige Ausgabe des Grazer Straßentheaterfestivals La Strada eröffnet. Das französische Collectif Sous Le Manteau zeigte dort mit „Mikado“ eine Ode an den Kollaps – und den Wiederaufbau. Das Festival lockt bis 4. August mit einem bunten Programm.
Langsam trudeln die Artisten des französischen Collectif Sous Le Manteau zu ihrem Dienst im Grazer Landhaushof ein. Auf der Bühne wartet ein Urwald aus Stangen auf sie – es sieht aus wie ein gigantisches Mikado-Spiel, das der Produktion auch seinen Namen verleiht. Dann geht plötzlich das rote Licht am Rande der Bühne an, die Stechuhr spuckt einen ersten Auftrag aus – und die Akrobaten stempeln sich ein und beginnen.
Es ist eine poetische Abhandlung des Risikos, die das französische Ensemble zur Eröffnung von La Strada liefert – Szene für Szene arbeiten sie die Aufträge der mysteriösen Stechuhr ab. Das Ziel ist immer das gleiche: die Kunst der Stangen-Akrobatik bis zur Grenze zu reizen und die Strukturen, die dafür auf der Bühne geschaffen werden, zum Einsturz zu bringen. Doch der Kollaps ist bei „Mikado“ nicht etwa ein Scheitern – es ist der nötige Schritt, um wieder von vorne anzufangen, neue Risiken zu nehmen, und auf andere Weise zu scheitern.
Bis 29. Juli ist die Truppe noch in Graz zu Gast – alle Vorstellungen sind aber leider schon ausverkauft.
Ein Boxkampf mit dem Clown
Bereit für ein kleines Risiko muss man auch beim Besuch des britisch-neuseeländischen Clowns Fraser Hooper sein. In seinem „Funny Business“ involviert er die Zuseher in aberkomische Szenen: Kinder jagen da einer elektrischen Ente hinterher, oder springen als Fisch ins imaginierte kühle Nass und lassen sich anschließend von Hooper angeln.
Doch auch die Erwachsenen sind vor ihm nicht sicher: Mit Freiwilligen baut er auf der Bühne einen Boxring und startet den Boxkampf des Jahrhunderts. Dass dabei nicht nur der Gegner, sondern auch die Eckpfosten zum Opfer der komischen Attacken des Clowns werden, bestätigt, dass Fraser Hooper ein Meister des „Funny Business“ ist.
Zu sehen noch bis 29. Juli in Graz (Freiheitsplatz, Murpark und Kaiser-Josef-Platz) und am 30. Juli in Kalsdorf und Weiz.
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