Starke Regenfälle, die zu einem dreihundertjährigen Hochwasser an der Ziller im Zillertal führen, überflutete Keller und gesperrte Straßen nach Murenabgängen. Was in Zeiten des Klimawandels im Sommer leider viel zu oft vorkommt, war dieses Mal nur ein fiktives Szenario – für Übungszwecke.
Im Fokus der Übung stand die Kommunikation zwischen den Einsatzstäben. Beteiligt waren die Bezirkseinsatzleitung der BH Schwaz und der Krisenstab der Werksgruppe Zillertal. Das fiktive Übungsszenario begann mit immer stärker werdenden Regenfällen, die zu einem Anstieg des Pegels des Zillers führten. Mit Fortlauf kam es aufgrund der enormen Regenfälle und dem Ausfall der Pumpen im Kraftwerk schlussendlich dennoch zu einem Anstieg der Pegel bis zur Hochwassermarke 300 – also einem Hochwasser, das im Durchschnitt nur alle 300 Jahre vorkommt.
Nachdem unser behördlicher Einsatzstab in den vergangenen Jahren zahlreiche Übungen, aber auch reale Herausforderungen bewältigt hat, sind wir ein gut eingespieltes Team.
Michael Brandl
Wasser aus Staubecken umgeleitet
„Im Rahmen der Übung veranlassten wir zunächst, dass möglichst viel Wasser aus unseren großen Staubecken in hochgelegenere Speicherseen gepumpt wird. Die dortigen Retentionsräume sorgten dafür, dass weniger Wasser in den Ziller gelangte und somit das Hochwasser trotz der Regenfälle zunächst auf einem niedrigen Pegel gehalten werden konnte“, erklärt der Leiter der Werksgruppe Zillertal, Marco Fiegl.
Positive Bilanz nach der Übung
„Auch wenn das Szenario sehr unwahrscheinlich ist, konnten wir dennoch viel mitnehmen. Nachdem unser behördlicher Einsatzstab in den vergangenen Jahren zahlreiche Übungen, aber auch reale Herausforderungen bewältigt hat, sind wir ein gut eingespieltes Team. Entsprechend konnten wir auch dieses sehr komplexe und herausfordernde Szenario gut meistern“, sagt BH Michael Brandl.
„Das Schlimmste, was uns passieren könnte, ist eine nicht funktionierende Kommunikation. Daher ist die Übung zusammen mit der Bezirkshauptmannschaft besonders wertvoll. Wir müssen uns gegenseitig gut kennen, um im Krisenfall schnell das Wissen auszutauschen. Wesentlich ist der gleiche Informationsstand und eine Einschätzung über die jeweiligen Fähigkeiten von Behörde und Kraftwerksbetrieb“, so Fiegl.
Je besser sich alle Akteurinnen und Akteure persönlich kennen und wissen, wie die jeweils andere Seite arbeitet, desto besser kann kommuniziert und desto schneller und effizienter können Maßnahmen im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung umgesetzt werden.
Astrid Mair
Übungen wichtig für den Ernstfall
Auch für Sicherheitslandesrätin Astrid Mair stellen solche Übungen eine wichtige Voraussetzung für ein funktionierendes Krisen- und Katastrophenmanagement dar: „,In Krisen Köpfe kennen‘, ist ein fundamentaler Leitspruch des Krisen- und Katastrophenmanagements. Je besser sich alle Akteurinnen und Akteure persönlich kennen und wissen, wie die jeweils andere Seite arbeitet, desto besser kann kommuniziert und desto schneller und effizienter können Maßnahmen im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung umgesetzt werden.“
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