Hand anlegen und Nachhaltigkeit – um diese zwei Pole dreht sich im Grazer Kindermuseum in diesem Jahr alles. Mit den Ausstellungen „Ritsch Ratsch“ (für alle 3- bis 7-Jährigen) und „Mist?!“ (ab 8 Jahren) wird spielerisch der richtige Umgang mit Ressourcen vermittelt.
Dass das Grazer Kindermuseum FRida& freD alles richtig macht, beweisen die Zahlen. Im Vorjahr konnte man immerhin mehr als 110.000 Besucher begrüßen, ein absoluter Rekordwert, der die eigentlich für etwa 30.000 Besucher konzipierte Einrichtung hart an die Kapazitätsgrenzen führte.
„Bei unseren Ausstellungen muss man eigentlich immer und heuer ganz besonders viel mit den Händen machen“, betont Kindermuseums-Chef Jörg Ehtreiber, „das ist ein bewusster Gegenpol zu den digitalen Medien, mit denen sich Kinder auch ohne unser Zutun ausreichend beschäftigen.“ Das gefällt nicht zuletzt dem für das Kindermuseum zuständigen Stadtrat Kurt Hohensinner: „Hier lernen die Kinder spielerisch und mit Freude – und erziehen dann ihre Eltern“, weiß er aus eigener Erfahrung.
Und so steht den jüngeren Besuchern in „Ritsch Ratsch“ etwa jede Menge Papier (dank Partner Sappi) zur Verfügung, mit der sie sich austoben können. Gestaltet wurde diese die Kreativität fördernde Ausstellung von Kinderbuch-Illustratorin Julie Völk, die zu Abenteuern ins Schweinchenland lädt. Ob man nun Häuser aus Schachteln baut, Kleidung aus Papier herstellt, oder ein Papierbad nimmt – hier ist fast alles möglich.
Junge Abfallprofis
Bei den Größeren dreht sich alles um den Mist, der oft gar keiner ist. Schon die Ausstellung selbst ist komplett aus wieder verwerteten Möbeln und Materialien aufgebaut. „Wir mussten nur ein bisschen Farbe kaufen“, betont Ehtreiber.
Die jungen Abfallprofis können hier selbst aus „Müll“ Neues zaubern, lernen ganz nebenbei, was alles wiederverwertet wird, wie man den Abfall richtig trennt. Und es geht auch um dessen Vermeidung, wenn man schon beim Einkauf ein bisschen mitdenkt. Ein Highlight ist sicher die Mitfahrgelegenheit auf einem Müllauto. Das alles funktioniert in enger Zusammenarbeit mit der Holding Graz Abfallwirtschaft.
Im FRida & freD-Forschungslabor setzt man ebenfalls auf Greifbares. Heuer geht es um „Das Büchergeheimnis“, und man ist nicht nur der manuellen Herstellung eines Buches auf der Spur, sondern erkundet auch, wie sich Wörter zu Geschichten zusammenfügen. Lesen, Schreiben, Fantasie sind die Begriffe, um die sich hier alles dreht.
Umfangreiches Rahmenprogramm
Wie immer warten auch ein umfangreiches Kindertheaterprogramm, diverse Workshops und das Mitmachtheater „Forscherixa“. Alle Informationen zum Kindermuseum finden Sie hier.
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