Augenzeugin von Brand:

„Um Gottes Willen, wie viele sind da noch drin?“

Steiermark
08.01.2024 21:42
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Nach dem tödlichen Brand in der Grazer Stern-Bar in der Silvesternacht schildern Augenzeugen ihre Erlebnisse: Silvia und Thomas Weinhandl konnten gerade noch flüchten. Sie erzählen von den bangen Momenten und schlimmen Erinnerungen im Fernsehen.

Mehr als eine Woche liegt der verheerende Brand in der Nacht auf den 1. Jänner in der beliebten Grazer Stern-Bar nun zurück. Vor vier Uhr früh war dort ein Brand ausgebrochen, der den Ausgang blockierte.

In der ORF-Sendung „Thema“ kamen am Montagabend zwei der Augenzeugen zu Wort, die es rechtzeitig aus dem verrauchten Keller geschafft haben. „Du hörst Leute schreien, siehst die Flammen und denkst dir nur: Um Gottes Willen, wie viele sind da noch drin?“, sagt Silvia Weinhandl, die mit ihrem Mann und Freunden in dem Lokal war.

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Alle raus da, da brennt‘s!

Thomas Weinhandl

Sie schildert den Moment, als das Feuer ausbrach: „Ich habe gesagt: ,Schatzi, da brennt’s.’ Er hat geschrien: ,Alle raus da, da brennt’s!’ Dann ist Panik ausgebrochen.“ Ihr Mann Thomas habe die Schwangere Richtung Ausgang gedrückt.

Die Gruppe konnte über die Vordertür aus dem Lokal flüchten, nur Augenblicke später war der Weg durch Flammen versperrt. Kurz danach schlugen meterhohe Flammen aus dem Eingang der Bar. Ein Video zeigt Thomas Weinhandl, wie er versucht, ein Fenster einzuschlagen. „Es hat geraucht, unendlich viel.“

Zu wenige Gäste fanden deswegen den Notausgang rechtzeitig. 31 Feuerwehrleute mit Atemschutz retteten die Leute mit einer Menschenkette. Viele waren bewusstlos.

21-Jährige starb an Rauchgasvergiftung
Für eine 21-Jährige aus Niederösterreich, die bei Freunden in Graz ins neue Jahr feierte, kam jede Hilfe zu spät. Ein großer Schock auch für die Weinhandls, als sie diese Information bekommen haben. „Mein Mann hatte dann einen leichten Zusammenbruch, weil er realisiert hat, wir haben das Mädchen nicht retten können. Das war für ihn sehr schlimm“, erinnert sich Silvia Weinhandl in der Sendung.

Auch eine Woche nach dem Brand denkt sie oft zurück an die Silvesternacht, an den Geruch. „Immer wieder kommen die Gedanken hoch. Man wünscht den Leuten, die jetzt noch im Krankenhaus sind, dass sie wieder gesund werden. Das ist das Allerwichtigste.“

Drei der Opfer werden nach wie vor im Grazer Uniklinikum behandelt. 21 Verletzte hat der Brand insgesamt gefordert.

Das Landeskriminalamt ermittelt weiterhin zur Ursache des Brandes. „Das Feuer hat schnell auf Dekorationsmaterial aus Kunststoff übergegriffen“, sagt Polizei-Sprecher Fritz Grundnig zum Stand der Ermittlungen. Die giftigen Gase könnten zur schnellen Bewusstlosigkeit geführt, heißt es im Bericht.

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