Attrappe platziert

Tickendes Geräusch löst in Graz falschen Bombenalarm aus

Steiermark
15.01.2012 16:13
Ein offenbar mit voller Absicht in einem Mistkübel platziertes Elektrobauteil, das ein tickendes Geräusch von sich gab, hat Sonntagmittag in Graz für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Ein Passant hielt das Geräusch nahe der Kirche Don Bosco für das Ticken einer Bombe und alarmierte die Polizei. Nachdem ein Sprengstoff-Spürhund nicht anschlug, wurde ein Röntgengerät eingesetzt. Schließlich konnte Entwarnung gegeben werden.

Der Passant kam kurz vor 11.30 Uhr nahe der Kirche und unmittelbar neben der stark befahrenen Kärntnerstraße an dem Abfallsammelbehälter vorbei und hörte das verdächtige Ticken. Er rief sofort die Polizei, die nach einem kurzen Lokalaugenschein die Straßen rund um die Kirche sperrte und Verstärkung anforderte.

Polizei ortet gezielte Provokation
Nach der Untersuchung mit dem Röntgengerät konnte gegen 14 Uhr vorläufig Entwarnung gegeben werden. Schließlich fand man in einem Plastiksackerl vier sogenannte elektronische Impulsgeber, die zusammengeschlossen und an Batterien geknüpft das Tickgeräusch verursacht hatten. Wie Joachim Huber von der Grazer Polizei gegenüber krone.at angab, handle es sich bei den Impulsgebern um an sich harmlose Elektrobauteile, die eben ein tickendes Geräusch verursachen. Die Teile werden von Elektrikern, Mechanikern und Hobby-Bastlern für periodische Intervallschaltungen verwendet und sind im Fachhandel erhältlich oder über das Internet einfach zu bestellen.

"Man muss wohl davon ausgehen, dass die Konstruktion absichtlich in dem Müllbehälter platziert wurde", erklärte Huber. Die Polizei geht daher von einer gezielten Provokation mittels Geräusch-Attrappe aus und will herausfinden, wer die Teile dort platziert hat - nicht zuletzt auch deshalb, weil der Einsatz mit hohen Kosten verbunden war.

Umfangreiche Sperren errichtet
Denn nur wenige Meter entfernt vom Einsatzort befindet sich der Bahnhof Don Bosco mit der Südbahnverbindung Graz-Spielfeld, die aus Sicherheitsgründen für die Dauer des Einsatzes eingestellt werden musste, so Maximilian Ulrich von der Sicherheitsdirektion Steiermark. 

Auch die Strecke zum Grazer Ostbahnhof war laut ÖBB-Homepage nur eingeschränkt verfügbar. Wegen der Umleitungen kam es zu Verkehrsbehinderungen und Staus. Linienbusse mussten großräumig ausweichen. Nach Angaben der Sicherheitsdirektion konnten alle Straßen- und Bahnsperren gegen 14 Uhr wieder aufgehoben werden.

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