Rechnungshof-Chef Ludwig Hillinger rechtfertigt die geplante Nachtsicht-Anschaffung für die Prüfung des Kaufs der Antheringer Au.
Weiter Aufregung herrscht nach dem „Krone“-Bericht über den geplanten Kauf einer teuren Wärmebildkamera durch Landesrechnungshofdirektor Ludwig Hillinger. Er will, wie berichtet, damit Wildschweine und Damwild in der Antheringer Au zählen – höchst persönlich. Der leidenschaftliche Jäger bestätigt, selbst in die Au auszurücken zu wollen um dort die Anzahl zu dokumentieren. „Natürlich im Beisein des Revierjägers“, so Hillinger. Hillinger hat nach Eigenangaben durch ein Jagdrevier in Niederösterreich bereits Erfahrung mit Wildschweinen und auch Zählung.
Wir müssen uns alle Details des Kaufs für den Bericht anschauen und machen eine ordentliche Prüfung.
Rechnungshof-Chef Ludwig Hillinger
Diese Zählung soll Teil eines von der FPÖ beauftragten Rechnungshofberichts zum Kauf der Antheringer Au sein. „Dieser befindet sich gerade in der Vorbereitung. Details zum Kauf kenne ich selber noch keine“, erklärt Hillinger. Das Land Salzburg hatte das Gebiet 2022 für 37 Millionen Euro von Max Mayr-Melnhof erworben und will einen Naturpark verbunden errichten. Ob der Preis gerechtfertigt war, soll der Bericht klären. Und dazu müsse der Rechnungshof alle Details beurteilen – auch das Jagdrecht und dessen Wert.
Unklar ist noch, ob der Wildschweinbestand überhaupt in den Kaufpreis einberechnet wurde. Mayr-Melnhof ist dazu verpflichtet die Tiere von rund 500 auf etwa 20 bis 2024 zu reduzieren. Das heißt für den Rechnungshof auch, dass die Zeit drängt. Denn die Zählung per Wärmebildkamera werden am besten im Winter und Nachts durchgeführt wenn keine Blätter die Sicht behindern und der Temperaturunterschied zwischen Umgebung und Wildschwein groß ist. „Es ist natürlich ein ideales Gerät“, so Mayr-Melnhof. Die Kosten: Rund 4500 Euro. „Dieses könnte später für Wolf- oder Bärenbeobachtungen eingesetzt werden und auch andere Abteilungen haben schon Interesse bekundet“, sagt Hillinger.
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