Besitzer reagiert

Wirbel in Herberstein: „Es war Gefahr im Verzug“

Steiermark
12.05.2023 06:00

Max Herberstein wurde angezeigt, weil er rund um sein Schloss Arbeiten gegen Naturschutzrichtlinien beauftragt haben soll. Im Gespräch mit der „Krone“ nimmt er zu den Vorwürfen Stellung.

Eine anonyme Anzeige nach dem Naturschutzgesetz vom Herbst 2022 bringt Max Herberstein herbe Kritik ein: Der Besitzer des Schloss Herberstein und der Flächen der vom Land betriebenen Tierwelt wurde von der Behörde zu einer Geldstrafe verdonnert, weil er verbotene Baumaßnahmen gesetzt haben soll.

„Es bestand Einsturzgefahr!“
Zu den Vorwürfen nimmt der Gutsbesitzer in der „Krone“ Stellung: „Die Behörden haben seit letztem Jahr Bescheid gewusst, es hat Begehungen und Besprechungen gegeben.“ Er habe wegen Gefahr im Verzug zu sofortigen Maßnahmen greifen müssen. Seitens des Naturschutzbundes lautete etwa der Vorwurf, er habe die Felswand beim Schloss ohne Absprache gereinigt und so die Herbersteinprimel geschädigt.

Dem widerspricht Herberstein vehement: „Ich war dort, da ist weit und breit keine Blume gestanden! Der vertikale Fels ist das Fundament des Schlosses, nicht alles davon gehört zum Natura 2000-Gebiet. Im Gebäude wurden Löcher gefunden, die vom Bewuchs stammen. Es bestand Einsturzgefahr, wir mussten handeln!“

Auf der Nordwest-Seite steht die Ruine. „Beim Zurückschneiden des Efeus ist lauter loses Gestein zutage gekommen. Dieses hätte auf den Weg fallen und Besucher treffen können.“

Im Kritik standen auch Arbeiten an der 500 Jahre alten Steinmauer im Rosengarten. Herberstein: „Dort klaffte ein rund zehn Quadratmeter großes Loch in der Mauer. Der Boden im historischen Garten hätte einstürzen können. Man stelle sich vor, ein Besucher wäre in die Feistritz gefallen!“ Gutachter seien vor Ort gewesen, das Loch freigelegt und die Mauer gesichert worden.

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In der Steinmauer klaffte ein rund zehn Quadratmeter großes Loch in der Mauer. Der Boden im historischen Garten hätte einstürzen können. Man stelle sich vor, ein Besucher wäre in die Feistritz gefallen!

Max Herberstein

„Kann Kritik nicht nachvollziehen“
Zu guter Letzt habe der Schlossherr den Weg zur Feistritzklamm erneuert. „Wir haben Schlaglöcher ausgebessert, damit man mit Kinderwägen ungehindert gehen kann. Dafür musste mit schwerem Gerät zugefahren werden, was die Wiese vorübergehend beeinträchtigte. Die ist aber fast wieder grün! Am Weg entlang wurden große, heimische Bäume gepflanzt, was dem Naturschutz ja ein Anliegen ist. Warum da jetzt Kritik kommt, kann ich nicht nachvollziehen.“

Was Herberstein aber zugesteht: „Bezüglich des Weges hätte ich anders handeln können. Ich mache das alles nicht zum Spaß, das kostet ja viel Geld. Die Natur liegt mir am Herzen, ich will sie den Menschen auch näher bringen.“

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