Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist am Samstag gestorben. Die steirischen Bischöfe Wilhelm Krautwaschl und Egon Kapellari würdigten das einstige Kichenoberhaupt in einer ersten Reaktion als „großartigen Theologen“ und „geistigen Meister aus Deutschland“. Unvergessen bleibt für Steirer auch Benedikts Mariazell-Besuch im Jahr 2007.
Kirchenglocken ertönten am Samstagvormittag auch über den Dächern der steirischen Landeshauptstadt. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl erinnert sich in einer ersten Reaktion an den Amtsamtritt des verstorbenen emeritierten Papstes Benedikt XVI.: „Ich erinnere mich gut an die Amtsübernahme von Benedikt XVI. Er sei ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn, sagte er damals; ein Eingeständnis seiner Demut und Endlichkeit ablegend. Erlebt habe ich ihn als stets auf Gott schauend, der ihn nunmehr heim gerufen hat. Zudem war Benedikt XVI. ein großartiger Theologe, der uns viele interessante Gedanken und Bücher hinterlassen hat.“
„Unbestreitbar großer Theologe und geistiger Meister“
Auch Bischof Egon Kapellari würdigte das einstige Kirchenoberhaupt: „Benedikt XVI war ein unbestreitbar großer Theologe und geistiger Meister aus Deutschland. In seiner Biografie stehen die Begriffe Größe und Grenze in Spannung. Als Theologe, Kardinal und später Papst hat Benedikt gegen einen von manchen Beobachtern festgestellten Abschied der Welt vom Christentum gewirkt - und zwar in komplementärer, sich ergänzender Form zu seinem Nachfolger, Papst Franziskus. Franziskus stellt sich mutig den heutigen krisenhaften Spannungen der Menschheit, auch gegenüber dem bedrohlichen Islam, wobei er manchmal erfolgreich ist, manchmal nicht. Mit seinen prophetischen Gesten, wie etwa dem Gebet zu Beginn der Corona-Zeit auf dem leeren Petersplatz, entspricht Franziskus einem zentralen Anliegen Benedikts.“
Der Papst in Mariazell
Im September 2007 brach Benedikt XVI zu einer päpstlichen Visite nach Wien, Heiligenkreuz und Mariazell auf. Zunächst wurde er von Bundespräsident Heinz Fischer empfangen, dann von den Zisterziensermönchen nach Heiligenkreuz gelotst und schließlich von Tausenden Gläubigen im steirischen Wallfahrtsort Mariazell mit „Benedetto“-Chören willkommen geheißen. Es schüttete in Strömen, aber Nässe und Kälte taten der Begeisterung keinen Abbruch. Als der Heilige Vater in seiner blau-gelben Kleidung - ein Outfit, das deutsche Medien später als „peinlich“ bezeichneten - die Altarbühne betrat, waren auch für die Pilger sämtliche Strapazen vergessen.
Schließlich kniete der alte Mann in Weiß vor der Gnadenstatue nieder und betete. Als Gastgeschenk hatte er den Mariazellern eine goldene Rose, gefüllt mit Weihwasser, mitgebracht. Und so wurde am Samstag im Gedenken an den 95-jährig Verstorbenen in der Basilika eine Kerze entzündet.
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