Vor mehr als 20 Jahren wurde ein Italiener in der Steiermark Opfer eines brutalen Verbrechens. Mit Schüssen und Stichen wurde der Mann auf einem abgelegenen Weg von zwei Tätern getötet. Offenbar im Auftrag der Angebeteten des Italieners, die ihr Auge offenbar mehr auf das Geld des Mannes geworfen hatte - mittlerweile eine Schönheitsklinik besitzt. Ab 23. Jänner wird in dem Mordfall im Grazer Straflandesgericht bereits zum zweiten Mal verhandelt.
1999 hatte sich das spätere Mordopfer in eine Slowakin verliebt. Diese wiederum dürfte aber mehr das Geld des Italieners interessiert haben, vermutete der Staatsanwalt im Prozess 2019. Der verliebte Mann zahlte und zahlte, obwohl er bald kein Geld mehr hatte. Doch die Frau verlangte immer mehr, und schließlich schloss er sogar eine Lebensversicherung zugunsten ihrer Tochter ab und finanzierte darüber hinaus noch eine Wohnung.
Dort durfte er aber nicht einziehen, und irgendwann reichte es ihm. Er drohte mit einer Betrugsanzeige. Die Frau wollte den Mann daraufhin offenbar loswerden. Ein Bekannter der Slowakin soll dann einen Plan geschmiedet haben, den Mann 2001 in die Steiermark zu locken. Und wurde dort von zwei Männern erwartet, die ihn töteten. Am Tatort gab es jedoch keine verwertbaren Spuren, also ruhte der Fall.
Zwei Verurteilungen im Jahr 2019
Erst 2015 meldeten sich zwei Zeugen in der Slowakei, die etwas über die Tat wussten, und so wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die Ermittler hatten immer vier Personen im Visier, neben der mutmaßlichen Auftraggeberin der Bekannte der Frau und die beiden direkten Täter. Angeklagt wurden in Graz auch alle vier Personen, doch zum Prozess 2019 erschienen nur zwei. Sie wurden rechtskräftig wegen Mordes zu 17 und 18 Jahren Haft verurteilt.
Im Herbst 2022 erfolgte die Auslieferung der Slowakin und des mutmaßlichen zweiten direkten Täters. Die beiden stehen ab 23. Jänner vor einem Geschworenensenat. Vorerst sind vier Verhandlungstage anberaumt, ein Urteil ist für Anfang Februar geplant.
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