Kein Wasser, kein Futter! Die Muttersauen waren abgemagert und die Ferkel verletzt. Am Dienstag wurde in Graz ein steirischer Landwirt wegen Tierquälerei zu einer Geldstrafe verurteilt.
„Das ist eine Muttersau und kein Windhund!“ Zu Beginn der Verhandlung zeigt Richter Christoph Lichtenberg demonstrativ ein Foto aus dem Stall des Angeklagten. Das Tier am Bild ist hochgradig abgemagert, Rippen und Wirbel stehen deutlich hervor. Eine von drei Muttersauen, die nur mehr die Hälfte ihres Gewichtes hatten und getötet werden mussten. Auch einige Ferkel.
„Eine alte Sau zehrt nach vielen Geburten aus“, rechtfertigt sich der Steirer. „Zwischen ausgezehrt und abgemagert liegen Welten“, stellt der Amtstierarzt gleich klar. „Die Tiere waren derart unterversorgt, dass sie vor Hunger und Durst geschrien haben.“
„Er war überheblich und überfordert“
„Was glauben Sie, wie kam es zu diesen Missständen?“, fragt der Richter. „War es Ignoranz, Freude an der Qual, Überheblichkeit?“ - „Sicher ein gewisses Maß an Überheblichkeit, aber auch Überforderung und falsches Zeitmanagement“, sagt der Amtstierarzt. „Die Ausstattung am Hof war nicht mehr am Stand der Dinge.“
Durch das sanfte, aber unerbittliche Hinführen des Richters ringt sich der 61-Jährige dann doch ein Geständnis ab: “Mir ist alles zu viel geworden. Die Tiere, die schwer demente Mutter, ein Wege-Streit mit den Nachbarn. Es tut mir sehr leid."
Das Urteil - 1800 Euro Geldstrafe - nimmt er an. Sein 17-jähriger Sohn und seine Ehefrau werden freigesprochen. Staatsanwältin Vera Sammt gab keine Erklärung ab, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig. Über ein Tierhalteverbot wird bei Rechtskraft die Behörde entscheiden.
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