ÖGK und Kammer treffen am 29. November final aufeinander, noch lebt die Hoffnung auf eine Einigung. Größtes Sorgenkind ist aktuell das Augenambulatorium in Graz.
Bei den Tarifverhandlungen für die steirischen Kassenärzte steht - anders als bei den Metallern oder den Handelsangestellten - das laufende Jahr im Zentrum der Diskussionen, es geht also um rückwirkende Honorare.
Am 29. November wird mit der Ärztekammer als Standesvertretung final debattiert. Dass es zu Gehaltserhöhungen kommen wird, steht für Josef Harb, der für die ÖGK auf dem Verhandlungstisch Platz nehmen wird, jetzt schon fest: „Per Gießkanne können wir das Geld nicht ausschütten, da wir es nicht einfach einem Tresor entnehmen können, sondern es zuerst einmal einnehmen müssen. Dass es Anpassungen bei Kinderärzten, Allgemeinmedizinern oder etwa Gynäkologen geben muss, ist aber allen Verantwortlichen bewusst“, betont der weiß-grüne Landesstellenausschuss-Vorsitzende.
Wir wollen keine Spielchen spielen, sondern seriöse Tarifgespräche führen. Und wir sind auch bereit, Einnahmensteigerungen an die Ärzte weiter zu geben.
Josef Harb, ÖGK-Landesstellen-Vorsitzender
Dass die Ärztekammer unter neuer Führung noch während den Verhandlungen zu einem „Infotag in den steirischen Ordinationen“ (am 9. Dezember) ruft, bei dem unter anderem über die „drohenden Engpässe im steirischen Gesundheitswesen“ aufgeklärt werden soll, empfindet Harb als kontraproduktiv: „Damit werden Ärzte und Patienten ja nur verunsichert. Eine gemeinsame Lösungsfindung sieht anders aus“, kritisiert der Kassenvertreter.
Die Ärztekammer versucht auf „Krone“-Anfrage zu kalmieren: „Ob es zu diesem Aktionstag tatsächlich kommen wird, hängt von den Verhandlungen ab“.
Hunderte Termine kurzfristig storniert
Wie dringend gemeinsame Lösungen für das immer angespanntere Gesundheitswesen in der Steiermark gefunden werden müssen, zeigt sich aktuell einmal mehr am Beispiel Graz: Das ÖGK-Augenambulatorium musste kurzfristig geschlossen, Hunderte Patiententermine storniert werden. Grund: ein Arzt ging in Pension, eine Ärztin wurde schwanger, die dritte Stelle wurde durch einen Jobwechsel vakant.
Harb: „Wir arbeiten intensiv an einer Lösung, Bewerbungsgespräche laufen.“








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